Thomas Nagel, Aktienhändler und Marktstratege von Equinet, sieht auch die Devisenmärkte als entscheidenden Faktor für die Abwärtsbewegung an: "Der Druck kommt momentan von den Währungen", sagte er zu FTD.de. "Anhand der wirklich hohen Umsätze bei Dax-Futurekontrakten kann man erkennen, dass hier Panik vom Feinsten herrscht." Der Volatilitätsindex VDax, der auf Basis von Verkaufs- und Kaufsoptionen auf alle Dax-Werte berechnet wird und die Nervosität der Anleger misst, stieg 3 %. Bereits am Donnerstag war der Index um mehr als 10 % in die Höhe geschnellt.
Nagel beschreibt den Markt hierzulande als "angeknackst": "Der Markt ist und bleibt bärisch, auch wenn die Übertreibungen natürlich immens sind." Positiv wertet er die Tatsache, dass sich die europäischen Märkte in letzter Zeit nicht schlechter als die amerikanischen entwickelt haben: "Das weckt die Hoffnung, dass wir in steigenden Märkten überproportional dabei sind." Eine Abkopplung der Märkte voneinander hält er für nicht unwahrscheinlich, "aber das ist ein sehr langfristiger Prozess."
Arbeitsmarkt beruhigt nicht wirklich
Daneben zog der US-Arbeitsmarktbericht die Aufmerksamkeit auf sich. Im Januar wurden in Amerika 20.000 Stellen abgebaut. Hierbei ist die Entwicklung in der Landwirtschaft nicht berücksichtigt. Experten waren im Schnitt hingegen von 10.000 neuen Jobs ausgegangen. Dennoch fiel die Arbeitslosenquote in den USA von 10 % im Dezember auf 9,7 % im Januar. Vor zwei Jahren hatte sie noch bei 5 % gelegen. Die niedrigere Quote wurde am Markt dennoch als positives Signal gewertet. "Die Quote ist psychologisch immer wichtig - darauf schauen alle als erstes, aber die Veränderung der Beschäftigung ist wichtiger", sagte Jakob von der SEB.
Die letzte Stunde gestern hat doch gezeigt, dass es nicht allein mit Griechenland und den anderen PIGS erklärt ist. Vor allem wären Ängste um einen Staatsbankrott geradezu wie ein Hebel auf Gold zu bewerten. Aber es wurde alles abverkauft. Die letzte Stunde eines Tages ist die der Institutionellen, die dann ihre Ab- und Zuflüsse berechnen und entsprechend am Markt auftreten. Zudem werden in dieser Zeit die hochspekulativen Positionen geschlossen. Vor allem Leerverkäufer stellen ihre Positionen glatt. Das macht doch Hoffnung auf einen anderen Verlauf der nächsten 10 Wochen. Die PIGS sind eingepreist. Obamas Bankenpläne ebenfalls. Nachfolgend ein Auszug aus dem wöchentlichen Marktbericht der CPM-Group (deckt sich weitgehend mit meinen zeitlichen Einschätzungen):
