Freitag, 12. Februar 2010

Mal wieder nach den Rechten sehen

65 Jahre nach der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 werden bis zu 7000 Rechtsextremisten zu einem Aufmarsch an der Elbe erwartet - mehr denn je in Europa seit Kriegsende.

Am 13. Februar vor 65 Jahren legten alliierte Bomber Dresden in Schutt und Asche. Seither gedachte die Stadt schweigend des Traumas. Doch diese Lücke der Sprachlosigkeit füllten bald andere aus. Rechtsradikale aus ganz Deutschland halten sich seit Jahren den 13. Februar für einen Trip an die Elbe frei. Jährlich werden es mehr. 2009 brachte die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) als Veranstalter den größten rechtsextremen Aufmarsch nach 1945 in Europa zustande. Rund 6000 Neonazis kamen angerollt. Das Gros der schmerzgegrämten Dresdner war indes lange Zeit nicht gewillt, dies überhaupt wahr zu haben. Erst wachsende Proteste von außen ließen die Stadt erwachen. Zunächst waren es linke Antifagruppen, schnell auch autonome Krawallos, die nun ebenfalls anrückten, um der braunen Szene Paroli zu bieten. Einheimischer Protest hielt sich weiter in Grenzen.