Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erwartet für finanzschwache europäische Firmen keine rasche Erholung: Im schlimmsten Fall könnten im kommenden Jahr 75 westeuropäische Unternehmen mit einem spekulativen Rating ausfallen, schätzen die S&P-Analysten in einer aktuellen Studie. Dies entspräche einer Ausfallrate von 11,1 Prozent.
"Die nur langsame wirtschaftliche Erholung wird wahrscheinlich nicht ausreichen, um viele hoch verschuldete Unternehmen mit einer schwachen Geschäftsentwicklung zu verschonen", schreibt S&P. Das Basisszenario der Bonitätswächter geht für Firmen mit sogenannten Ramsch-Ratings immer noch von 55 Ausfällen beziehungsweise einer Rate von 8,7 Prozent aus - weit mehr als der historische Durchschnitt von 4,5 Prozent. Mit einer Beruhigung rechnen die Analysten erst 2011.
Die Schätzung dämpft Hoffnungen auf eine rasche Erholung. In diesem Jahr sind in Europa bislang 15 Unternehmen mit einem öffentlichen Rating ausgefallen, darunter die deutsche Modemarke Escada und der französische Elektronikkonzern Thomson . Der Höhepunkt der Zahlungsausfälle sei allerdings wahrscheinlich im dritten Quartal 2009 erreicht worden, so S&P. In den drei Monaten habe die Ausfallrate bei 13,1 Prozent gelegen.
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