Als ein Kämpfer für die Freiheit des Internets haben Sie dabei geholfen, den Stop Online Piracy Act – kurz: SOPA – zu verhindern, indem Sie die kurzzeitige freiwillige Abschaltung verschiedener Internetseiten wie Wikipedia unterstützten oder Ihrem Ärger bei den Abgeordneten und Gesetzgebern Luft verschafft haben. Ihre Stimme war so laut, dass sogar der Präsident der Vereinigten Staaten in diesen Chor mit einstimmte, und sich gegen den Gesetzesentwurf stellte.
Aber lehnen Sie sich jetzt nicht zufrieden zurück und atmen Sie tief durch, denn schließlich sehen wir uns jetzt einer geschlossenen Front aus Washington D.C. und Hollywood entgegen. Nachdem die Filmindustrie, deren Subunternehmen und andere „interessierte“ Partner fast 150 Millionen Dollar in die Lobbyarbeit für ein „Anti-Piraterie“-Gesetz investiert hatten, das vor allem auf das Internet abzielen sollte, hätten Sie eigentlich damit rechnen müssen, dass die Anstrengungen der mächtigen Filmindustrie nicht am Ende sein würden.
Und tatsächlich drängen sie mit noch etwas viel lästigerem an die Öffentlichkeit: ACTA, dem so genannten Anti-Counterfeiting Trade Agreement.
„Auch wenn der Titel des Gesetzentwurfs darauf hindeuten könnte, dass die Vereinbarung sich nur gegen die Fälschung physischer Güter (wie zum Beispiel Medikamente) richten würde, macht bereits ein Blick auf die spärlichen Informationen, die der Öffentlichkeit aus den Regierungsverhandlungen über den Inhalt der Vereinbarung bekannt wurden, relativ schnell klar, dass das Gesetz viel größere Auswirkungen haben wird und insbesondere Maßnahmen gegen Informationsweitergabe und Verteilung über das Internet vorsieht,“ schreibt die Verbraucherschutzorganisation Electronic Freedom Foundation (EFF) in einer Bewertung des ACTA.
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