Über die Aufregung wegen des sogenannten Bundestrojaners kann Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nur müde lächeln. Bei der offiziellen Vorstellung von "Babylon IV", dem neuesten Tools des bayrischen Staatsschutzes, ging er am Rande auf die Diskussion ein, die eine Mitteilung des Hamburger Chaos Computer Clubs am Wochenende ausgelöst hatte. Es sei eine billige Beta-Version gewesen, die man dem damaligen Bundesinnenminister Schäuble vor drei Jahren überlassen habe. Man habe ja nicht ahnen können, dass er diese bereits bei der Entwicklung veraltete Test-Software tatsächlich zur Überwachung einsetze und nicht die kaum aufzuspürenden Folge-Versionen. Ärgerlich sei nur, dass "da Friederl" (gemeint ist vermutlich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, Anm. der Red.) das jetzt ausbaden müsse und ihm "die Schnarre" (Klarname ist der Redaktion bekannt) medienwirksam auf den Pelz rücken wolle. Dass diese nun auch von den Bundesländern und gar vom Freistaat Bayern Aufklärung verlange, sei allerdings abstrus. "Koalition hin oder her, einer Ein-Prozent-Partei sind wir keine Rechenschaft schuldig."
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