Montag, 29. August 2011

"Vater des Euro" fordert neues Weltwährungssystem

Seine Arbeiten zur Währungspolitik sind das gedankliche Grundgerüst der europäischen Gemeinschaftswährung. Nun denkt Robert Mundell weiter. Er plädiert für die Kopplung von Dollar, Euro und Renminbi.

Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Mundell, der geistige Vater des Euro, hat mitten in der größten Krise der Gemeinschaftswährung ein neues Weltwährungssystem gefordert. Langfristig plädiert er für einen großen Währungsraum aus Dollar, Euro und Renminbi.

"Von festen Wechselkursen zwischen diesen drei Währungen würden alle profitieren. Sie würden die Weltwirtschaft stabilisieren", sagte Mundell auf der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau im Gespräch mit der FTD. "Wir brauchen ein neues globales Währungssystem."

Dabei schwebt ihm ein Euro-Kurs von 1,30 Dollar vor - mit geringen Schwankungen -, den die Notenbanken stabilisieren würden. "Ein solches System fixer Wechselkurse wäre ein Anker für rund 50 Prozent der Weltwirtschaft", sagte er. "Es würde sowohl Europa wie den USA nützen."

1961 erschien Mundells wegweisender Artikel

Mundells Arbeiten zur Währungspolitik sind das gedankliche Grundgerüst des Euro. Genau vor 50 Jahren - im September 1961 - erschien sein wegweisender wissenschaftlicher Artikel über die sogenannte Theorie optimaler Währungsräume. 1969 folgte ein Artikel, der die Debatte um eine Gemeinschaftswährung in Europa in Gang brachte. Zeit seines Lebens wandte er sich gegen das Argument, flexible Kurse seien wichtig, um Ungleichgewichte in den Ökonomien anzupassen - ein Argument, auf das viele Ökonomen bis heute Wert legen.
Weiterlesen