Montag, 28. Juni 2010

Griechenlands drohender Staatsbankrott und die Euro-Krise bringen vollends an den Tag, was sich schon länger abzeichnet: Die Europäische Union ist zu einer Transfer-Gemeinschaft geworden, für die eigenverantwortliche Vorsorge ein Fremdwort ist. Für Europa können die Folgen längerfristig ruinös sein.

«Vier Europäer, ein Grieche, ein Portugiese, ein Spanier und ein Italiener, besuchen ein Bordell. Welcher bezahlt?» – «?» – «Der Deutsche.» – Der politisch durchaus unkorrekte Volksmund scheint den Kern des Problems besser zu treffen als manch intellektuelles Wortgemenge mit viel Halbwahrheiten und Halbmoral: Die Europäische Union ist zu einer Transfergemeinschaft verkommen. An die Stelle eigen-verantwortlichen Eingehens von Zahlungs- und anderen Verpflichtungen ist die Erwartung getreten, ein übergeordnetes Kollektiv werde die Betreffnisse schon irgendwie regeln. Das gilt, wie es die Euro-Krise und die eher hilflosen Versuche, die Finanzmärkte zu besänftigen, gegenwärtig zeigen, für die Staaten untereinander – es gilt aber auch für das europäische Individuum, das unumstösslich an seine Anspruchsberechtigung gegenüber dem Kollektiv glaubt. [Quelle]

Dieser Glaube, dass es "die da oben" schon richten werden, muss dazu führen, dass eine Mehrzahl der Europäer in kommenden Krisen sehr viel Leid wird ertragen müssen, denn diese Geisteshaltung ist absolut selbstmörderisch. Sie führt dazu, dass ein eigenständiges und eigenverantwortliches Leben faktisch unmöglich wird.

Das ist ungefähr so, wie wenn ein Mensch sich in unwegsamem Gelände verläuft und statt sich darauf einzustellen, dass er erst einmal alleine für sein Überleben verantwortlich ist und die nötigen Schritte einleitet, glaubt er fest daran, dass er bald gerettet wird und tut gar nichts. Würde er realisieren, dass er für sich alleine verantwortlich ist, müsste er sich umgehend eine provisorische Unterkunft bauen, Feuer machen, Wasser und Nahrung suchen.


Nimmt man Gold als Referenz für die Währungen, dann hat der Euro ein Downpotenzial von gut 20% gegen dem USD. Das zeigt der 10-Jahre Chart. Im 5-Jahre Chart wird deutlich, das der USD und der EUR annähernd gleich gegen Gold verlieren. Die Zwischenerholung des Euro endet meiner Ansicht nach bei 1,25USD.