Die Weltwirtschaftskrise dauert an. Die Zeiten sind hart. In den Vereinigten Staaten geraten jüdische Menschen, die an der Wall Street arbeiten, immer mehr in den Fokus und werden zur Zielscheibe öffentlichen Unmutes. Antisemitismus ist in den USA kein neues Phänomen. Schon während der Großen Depression in den 1930er-Jahren stigmatisierte die amerikanische Nazipartei Juden, die in der Finanzbranche tätig waren, als »heimtückische Wall-Street-Banker«.
Gegenwärtig sind es große jüdische Banken, die mit antisemitischen Ressentiments zu kämpfen haben. Allen voran Goldman Sachs und die Rothschild-Dynastie. Sie werden von vielen amerikanischen Rechten, aber auch Konservativen als die »Meistermanipulatoren« der Finanz- und Weltwirtschaftkrise angesehen.
Der Journalist Matt Taibbi veröffentlichte in der aufgeheizten Stimmung über eine angebliche »Goldman-Sachs-Verschwörung« dann auch noch einen höchst umstrittenen Artikel, in dem es heißt: »Das Erste, was Sie über Goldman Sachs wissen müssen: sie ist überall. Die weltweit größte Investmentbank ist ein Vampirtintenfisch auf dem Antlitz der Menschheit, der unbarmherzig alles aufsaugt, was nach Geld riecht.«
Taibbi rechtfertigte sich zwar später, dass sein Artikel keinesfalls antijüdisch sei, konnte jedoch nicht verhindern, dass die Rechten ihn für ihre Zwecke instrumentalisierten.
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