Auch in Deutschland sind die Staatsschulden auf einen neuen Rekordstand angewachsen. Ende 2009 standen Bund, Länder und Gemeinden mit 1,69 Billionen Euro so tief in der Kreide wie nie zuvor. Das sind 1690 Milliarden. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug 7,1 Prozent oder 112,7 Milliarden Euro. Es ist der zweitgrößte Schuldenzuwachs seit Bestehen der Bundesrepublik. Eine größere Steigerung wurde nur im Jahr 1995 mit 170,7 Milliarden Euro registriert, als Sondereffekte der Wiedervereinigung wirksam waren.
Wer da glaubt, das alles sei doch harmlos und durchaus beherrschbar, der irrt sich. Das Problem an diesen vermaledeiten Schulden ist nämlich, dass sie nicht linear wachsen. Wegen des Zinseszinseffekts steigen die Schuldenberge exponentiell.
Was das in der Praxis bedeutet, kann man sich an einem Beispiel verdeutlichen: Nehmen wir an, wir hätten eine Bakterienkultur. Diese Bakterien vermehren sich durch Zellteilung, deshalb steigt die Zahl der Bakterien mit der Zeit immer schneller an: Aus zwei Bakterien werden vier, dann acht, 16, 32, 64, 128 und so weiter. Nach nur 20 Teilungsschritten gibt es mehr als eine Million Bakterien.
