Ellen Brown
Wir erleben derzeit einen geradezu epischen Kampf zwischen zwei Bankriesen: »JP Morgan Chase« (Paul Volcker) und »Goldman Sachs« (Geithner/Rubin). Es ist nicht auszuschließen, dass Rentenfonds und die 401K-Pläne zur Altersvorsorge auf diesem Schlachtfeld zerrieben werden.
Der inzwischen verstorbene libertäre Ökonom Murray Rothbard hat einmal geschrieben, die Politik in den USA werde seit 1900, als William Jennings Byran bei der Präsidentschaftswahl knapp unterlag, von dem Kampf zwischen zwei konkurrierenden Bankenriesen, nämlich den Morgans und den Rockefellers, bestimmt. Die Parteien wechselten sich hin und wieder ab, doch die Puppenspieler, die die Fäden in der Hand hielten, seien stets einer der beiden großen Geldmächte. Kein noch so populärer Kandidat einer dritten Partei hätte jemals eine echte Chance zu gewinnen, weil die Banker durch das Exklusivrecht auf die Erzeugung der Geldmenge alle Trumpfkarten in der Hand hielten.
Im Jahr 2000 vereinten sich die Rockefellers mit den Morgans, d.h. JP Morgan und Chase Manhattan schlossen sich zu JP Morgan Chase Co. zusammen. Heute tobt der Kampf zwischen den Banktitanen JP Morgan Chase und Goldman Sachs, einer Investmentbank, die sich in den 1920er-Jahren wegen ihrer großen Spekulationsgeschäfte zweifelhaften Ruhm erworben hatte. 1928 gründete die Bank die Goldman Sachs Trading Corp., einen geschlossenen Investmentfonds, der dem berüchtigten Ponzi-Plan, einem Schnellballsystem, ähnlich sah. Der Fonds ging beim Börsenkrach von 1929 unter, doch der Ruf des Unternehmens war auf Jahrzehnte geschädigt. »Die ehemaligen Finanzminister Henry Paulson und Robert Rubin kamen von Goldman, der heutige Finanzminister Timothy Geithner wurde von seinem Mentor Rubin auf allen Stufen der Karriereleiter gefördert.«
Goldman Sachs verdankt seinen Status als Supermacht nicht nur dem Zugang zu den Geldhähnen des Bankensystems, die Firma ist vielmehr direkt in der Lage, die Märkte zu manipulieren. Ehemals eine reine Investmentbank, wandelte sich Goldman 2008 auf wundersame Weise in eine Bankholding um, was ihr Zugang zum Kreditfenster der Federal Reserve verschaffte. Gleichzeitig blieb sie aber eine Investmentbank und betrieb intensive Spekulation an den Börsen. Das Ergebnis ist, dass sie heute massiv Kredit aufnehmen – praktisch zinslos – und das Geld dazu verwenden kann, nicht nur auf eigene Rechnung zu spekulieren, sondern die Märkte nach Belieben zu verzerren.
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Mein Senf dazu
Dem Vampir des Systems wird jetzt langsam der Eichenpfahl in sein Herz getrieben. Das ausgerechnet JP Morgan den Job übernimmt, verwundert nicht wirklich. JP Morgan entledigt sich so den größten Konkurrenten im Kampf um die Gunst der Herrschenden. Gemeint sind nicht die wahren Herrscher, sondern die Marionetten im Weissen Haus oder im Pentagon. Obama, der zweifelsfrei durch die Hilfe von Goldman Suckz an die Macht kam, schwenkt um und hin zu JP Morgan. Die Berufung von Volcker lässt gar keinen anderen Schluß zu. Vielleicht hat er auch das mit "Change" gemeint. Auf jeden Fall hört man von Geithner nur noch wenig in der öffentlichen Berichterstattung. Ich würde mich nicht wundern, wenn der bald seinen Hut nehmen würde. Goldman Suckz ist angeschlagen und gefährlicher denn je.
Jetzt darf man nur nicht in den Glauben verfallen, JP Morgan wäre die Neuauflage des Heilsbringers. Im Gegenteil; Nicht zuletzt wurden die tödlichen CDS's, CDO's usw. in den Hinterzimmern der JP Morgan Giftküche erdacht, zusammengebaut und mit ihren tödlichen Folgen in die Welt verbracht worden. Diese Papiere waren von Anfang an dafür entwickelt worden, um die Schulden Amerikas in die Welt zu verteilen. JP Morgan ist der größte Player auf diesem Planeten im Geschäft mit den Derivaten. Der wahre Nutznieser aus diesen Papieren war immer schon JP Morgan. Doch was hörte man von JP Morgan während der Krise? Nichts, jedenfalls annähernd nichts. Auch brach der Aktienkurs von JP Morgan nicht im gleichen Maße ein, wie der von der BoA oder der Citi. Es gibt da schon Parallelen zu _Goldman Suckz, der einzigen eigenständig gebliebenen Investmentbank der ehemals 5 größten Investmentbanken der Wallstreet. Wobei Goldman Sachs nicht mehr den Status einer Investmentbank inne hat. Das sind alles keine Zufälle.
Beide waren und sind die großen Gewinner der Krise. JP Morgan ist größer und mächtiger denn je. Goldman Suckz nahezu ohne Konkurrenz. Jetzt ist es an der Zeit für die Entscheidungsschlacht um die alles umfassende Macht auf dieser Erde. JP Morgan fordert Goldman Suckz heraus und nur einer kann gewinnen!