Washington - Ben Bernanke bleibt Chef der US-Notenbank. Der US-Senat stimmte am Donnerstag nach langem politischen Streit einer zweiten Amtszeit zu. Geschlossen fiel die Untersützung allerdings nicht aus: Für die erneute Berufung des früheren Wirtschaftsprofessors auf den Chefsessel der Federal Reserve (Fed)stimmten lediglich 70 Senatoren, 30 dagegen. Zudem verweigerten ihm einige Senatoren der Demokratischen Partei von Präsident Barack Obama begleitet von scharfer öffentlicher Kritik die Zustimmung.
Zu den Demokraten, die sich gegen die Wiederwahl ausgesprochen hatten, zählen die Senatoren Russ Feingold, Barbara Boxer und Jeff Merkley. Feingold warf Bernanke vor, die Politik von Ex-Präsident George W. Bush mitgetragen zu haben, die für die aktuelle Wirtschaftskrise mitverantwortlich sei. Gegen Bernankes Wiederwahl stimmten am Ende mehr Senatoren als je zuvor in einem derartigen Wahlgang in der US-Geschichte.
Bernanke erzielte somit ein schlechteres Ergebnis als Paul Volcker, der wegen seines massiven Vorgehens gegen die Inflation der späten siebziger Jahre massiv in der öffentlichen Kritik gestanden hatte. Bei der Wahl Volckers für eine zweite Amtszeit 1983 votierten immerhin noch 84 Senatoren für ihn.
Unmittelbar vor dem Votum für Bernanke hatten sich in einer Testabstimmung 77 Senatoren hinter den Zentralbankchef gestellt - und damit 17 mehr als notwendig. Bereits im Dezember hatte sich der Bankenausschuss der Kongresskammer mit 16 zu 7 Stimmen für eine weitere Amtszeit Bernankes ausgesprochen, nachdem er von Präsident Obama nominiert worden war. Die erste Amtszeit des 56-jährigen endet am Sonntag.
