Sonntag, 24. Januar 2010

Ich kauf mir ne Flak, so wie im Märchen

Demonstranten, Autobahnraser, Umweltsünder: In Großbritannien werden sich viele Bürger dem wachsamen Auge des Staates künftig kaum mehr entziehen können. Unbemannte Drohnen sollen laut Plänen der Regierung auch für zivile Spähzwecke eingesetzt werden - schon 2012 könnte es soweit sein.
Hamburg - Überwachung wird in Großbritannien seit Jahren groß geschrieben: Kein öffentliches Gebäude, dessen Tore nicht mit Videokameras gespickt sind. Keine Firma, die nicht ihren Eingangsbereich 24 Stunden am Tag filmen lässt.
Jetzt könnte einem Bericht des "Guardian" zufolge der nächste Schritt bevorstehen: die Überwachung der Bürger aus der Luft - mit unbemannten Drohnen, wie sie von amerikanischen Geheimdiensten im Kampf gegen den Terror bereits in Afghanistan oder Pakistan eingesetzt werden.
Wie das Blatt berichtet, entwickelt der größte Rüstungskonzern Europas, BAE Systems, in Zusammenarbeit mit britischen Behörden bereits einen Prototypen - der schon bei den Olympischen Spielen 2012 in London zum Einsatz kommen soll. Ein entsprechendes Papier liege dem "Guardian" vor.
Der Zivilen Luftfahrtbehörde CAA, die für die Überwachung des britischen Luftraums verantwortlich ist, sei bereits mitgeteilt worden, dass die zivilen Drohnen die Möglichkeiten der Regierung in dieser Hinsicht "erheblich" verbessern würden und die Polizeiarbeit "revolutioniert" würde. Die CAA stehe bislang unbemannten Flugzeugen skeptisch gegenüber, da die Kollisionsgefahr mit anderen Fluggeräten zu groß sei - die Entwicklung sogenannter "Sense and Avoid"-Ausweich-Systeme sei jedoch nur eine Frage von wenigen Jahren.

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Blitzlichter auf dem Trafalgar Square
Rund 2000 Fotografen haben gegen den Missbrauch des britischen Anti-Terror-Gesetzes durch die Polizei protestiert. "Ich bin ein Fotograf, kein Terrorist", stand auf den Schildern, die etliche von ihnen bei der Demonstration auf dem Trafalgar Square in der Londoner Innenstadt trugen. Unentwegt ließen sie ihre Blitzlichter aufflackern. An Passanten verteilten die Protestteilnehmer Flugblätter mit Hinweisen zu den Rechten bei Polizeidurchsuchungen.
Das im Jahr 2000 verabschiedete Anti-Terror-Gesetz erlaubt es der britischen Polizei, auf der Straße Verdächtige anzuhalten und zu durchsuchen. Die Fotojournalisten werfen den Beamten jedoch vor, mit Hilfe des Gesetzes ihre Arbeit zu behindern.
"Es ist offensichtlich, dass Profi-Fotografen im ganzen Land durchsucht werden, weil sie Fotografen sind", sagte der freie Fotojournalist Marc Vallee, der über die Internet-Netzwerke Facebook und Twitter zu der Demonstration aufgerufen hatte. Nach Angaben von Teilnehmern gingen auch Kollegen aus anderen Ländern mit ihnen auf die Straße.



Da kriegt die Hymne "You'll never walk alone" eine ganz neue Bedeutung. Die spinnen, die Briten.
Ich mag Musik nur wenn sie laut ist. Gänsehaut!