Wenn beispielsweise das monatliche Haushaltseinkommen zwischen 5100 und 6500 Euro - netto - liegt, übernimmt das Parlament mehr als die Hälfte der Kosten für den einwöchigen Aufenthalt in dem italienischen Alpendorf Spiazzi di Gromo. Von 920 Euro müssen die Eltern 441 Euro zahlen.
Wenn sich das "nicht sehr hohe Einkommen" irgendwo jenseits von 11 000 Euro bewegt, gibt es immer noch einen Zuschuss von fünf Prozent. Die "scuola in montagna" (Schule in den Bergen) bietet "in mehrsprachiger Umgebung" vormittags Skikurse für die 8- bis 12-Jährigen, nachmittags "eine Fülle von Kultur- und Bildungsaktivitäten" wie etwa "Übungen mit Schneehunden".
Nicht allen Europa-Abgeordneten leuchtet ein, dass die anständig entlohnten EU-Bediensteten für solche Zusatz-Ausbildung ihrer Kleinen einer Stütze bedürfen. "Unglaublich!", findet die CDU-Parlamentarierin und Finanzexpertin Ingeborg Gräßle aus Heidenheim. Der Haushaltskontrollausschuss werde die Angelegenheit Ende Januar mit dem Generalsekretär des Europäischen Parlaments besprechen. Das Statut für die EU-Bediensteten sei bedauerlicherweise "eine Blackbox voller Privilegien". Zum Teil seien die Beamten bessergestellt als die Abgeordneten.
Die Brüsseler Kommission hat die EU-Regierungen verklagt, weil sie dem Personal das Gehalt nur um 1,85 Prozent aufbessern wollen. Die Parlamentsbeschäftigten erwägen, kommende Woche die Anhörungen der neuen Kommissare im Parlament zu behindern, um ihrer Forderung nach 3,7 Prozent mehr Nachdruck zu verleihen.
Ohne Worte