Freitag, 22. Januar 2010

Droht eine weltweite Korrektur an den Märkten?

Die ersten Handelstage im neuen Börsenjahr verliefen noch ganz nach dem Geschmack der Bullen und entsprachen auch mehrheitlich der Entwicklung, die von den meisten Strategen erwartet wurde. Wie im DAX-Ausblick 2010 beschrieben, rechnete zuletzt die Mehrzahl der Analysten für 2010 mit einem spiegelbildlichen Kursverlauf zum vergangenen Jahr. Unter dem Strich sollten die Aktiennotierungen demnach in den ersten Monaten ansteigen und dann tendenziell eher zur Schwäche neigen. Die optimistische Einstellung wurde zuletzt auch durch den von Bloomberg herausgegebenen “Professional Global Confidence Index” untermauert. Der von 4000 Bloomberg-Nutzern in neun verschiedenen Ländern erhobene Indikator kletterte auf über 54 Punkte und damit erst zum zweiten Mal überhaupt über die 50er-Schwelle. Zu großer Optimismus ist aber eher ein guter Kontraindikator – denn wer soll noch kaufen, wenn die Mehrzahl bereist investiert ist und mit weiter steigenden Kursen rechnet? An der Börse könnte somit mal wieder der Leitsatz, dass die Mehrheit der Akteure niemals Recht behält, schon bald wieder Realität werden.
Die Sorgen sind dabei nicht neu sondern die gleichen wie im vergangenen Jahr. So bleibt die Lage auf dem amerikanischen Immobilienmarkt weiterhin sehr angespannt. Düster ist vor allem die Gesamtjahresbilanz 2009: Im vergangenen Jahr wurden 553.800 Häuser neu gebaut – der niedrigste Wert seit Beginn der Datenaufzeichnung 1959. Gegenüber 2008 ist dies ein Rückgang um 39 Prozent, wobei vor zwei Jahren bereits die zweitniedrigste je verzeichnete Aktivität gemessen wurde. Damit scheinen die milliardenschweren Hilfsprogramme der Notenbanken und Regierungen kaum einen durchschlagenden Erfolg zu haben. Grund für die schwachen Daten ist vor allem die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit. Nachdem bereits im Dezember der offizielle Arbeitsmarktbericht mit einer Quote von 10,0 Prozent und einem Rückgang von 85.000 Stellen negativ überraschte, scheint sich dieser Trend nun fortzusetzen. Der Blick richtet sich dabei vor allem auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die weiter über der Marke von 400.000 pro Woche (!) liegen und zuletzt wieder anstiegen.