Mittwoch, 27. Januar 2010

China der Retter Welt?

Muss China einem Euro-Staat aus der Krise helfen? Griechenland verhandelt der "Financial Times" zufolge über einen Verkauf von 5 bis 25 Milliarden Euro Staatsanleihen an die Machthaber in Peking, um sich finanziellen Spielraum zu verschaffen - die Verhandlungen werden angeblich seit Monaten hart geführt.

Das hochverschuldete Griechenland will einem Zeitungsbericht zufolge Staatsanleihen im Wert von 25 Milliarden Euro an China verkaufen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs habe das Geschäft der Regierung in China und der staatlichen Verwaltung für ausländische Währungsreserven angeboten, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf Verhandlungsinsider.

Goldman-Sachs-Geschäftsführer Gary Cohn war dem Bericht zufolge zweimal in Athen, im November und in diesem Januar, unter anderem um Premierminister Georgios Papandreou zu treffen. Die chinesische Regierung habe dem Deal allerdings bisher nicht zugestimmt - genauso wie Griechenland eine strategische Beteiligung chinesischer Geldhäuser an der National Bank of Greece (NBG) abgelehnt habe, was Peking offenbar als Gegengeschäft forderte.

Inzwischen scheine immerhin eine kleinere Finanzspritze über 5 bis 10 Milliarden Euro möglich, schreibt die "Financial Times". Der griechische Finanzminister Georgios Papakonstantinou sagte der Zeitung, er werde China im Februar im Rahmen einer internationalen Präsentation der geplanten Anleihen besuchen. Dafür sei jedoch kein konkretes Ziel gesetzt.

China hält die größten Währungsreserven der Welt und ist dadurch zu einer großen Finanzmacht geworden. Griechenland hat enorme Schulden und ist auf frisches Geld angewiesen. Erst am Montag hatte sich das Land Milliarden an den Kapitalmärkten besorgt. Es platzierte eine fünfjährige Anleihe über acht Milliarden Euro und stieß damit bei Anlegern auf reges Interesse. Die Regierung muss aber einen kräftigen Renditeaufschlag zahlen: Der Zinssatz liegt bei 6,1 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei vergleichbaren deutschen Papieren.

Am Dienstag gab die griechische Regierung dann bekannt, dass sie im Februar weitere bis zu fünf Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen will. Das neue Papier solle eine Laufzeit von zehn Jahren haben, sagte Griechenlands oberster Schuldenmanager Spyros Papanikolaou. Ziel sei es, bei der Emission drei bis fünf Milliarden Euro einzunehmen.
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Sollten die Chinesen diesen Deal tatsächlich machen, wird der Us$ binnen Wochen neue Allzeittiefs gegen den Euro erreichen.