Freitag, 15. Januar 2010

Billiges Geld

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Zinsen im Euro-Raum weiterhin auf Rekordtief. Der Leitzins bleibt bei einem Prozent, wie die EZB am Donnerstag entschied. Seit Mai 2009 verharrt der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf diesem historisch niedrigen Niveau.
Die amerikanischen Leitzinsen könnten unterdessen länger als gedacht auf dem historischen Tief bleiben. Nach Aussagen von William Dudley, Präsident der New Yorker Federal Reserve, belässt die Notenbank den Leitzins mindestens sechs Monate und vielleicht bis zu zwei Jahre auf einem niedrigen Niveau. "Es könnte ein Jahr dauern oder auch zwei. Das hängt davon ab, wie sich die US-Wirtschaft entwickelt", sagte Dudley dem Fersehsender PBS.
Die Frage, wann die Notenbank die Politik des billigen Geldes eindämmt, ist 2010 eine der wichtigsten überhaupt. Im Zuge der Krise senkte die Fed den Refinanzierungssatz auf 0 bis 0,25 Prozent. Weil sich die Wirtschaft erholt - im vierten Quartal 2009 könnte das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP), auf das Jahr hochgerechnet, um vier Prozent gewachsen sein -, wird innerhalb der Fed kontrovers über den Ausstieg diskutiert.
Dudley, der zuvor bei Goldman Sachs als US-Chefvolkswirt arbeitete, gilt innerhalb der Fed als gemäßigt. Er ist also weder ein Falke, der sich für eine frühe Straffung der Geldpolitik stark macht, noch eine Taube, die eher für Lockerheit plädiert. Als Präsident der New Yorker Fed hat Dudley eine herausragende Stellung: Er ist bei den Zinsentscheidungen stets stimmberechtigt, während sich die Präsidenten der anderen Distriktnotenbanken jährlich abwechseln. Außerdem gilt er als Seismograph der Wall Street.
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Sollte ich etwa meine Goldstrategie überdenken müssen? Immer!