Samstag, 12. Dezember 2009

Strategie des gezielten Tötens?

Angesichts immer neuer Enthüllungen und Verwirrungen über die deutsche Rolle beim umstrittenen Luftangriff bei Kundus vom 4. September kommen aus den Reihen von Union und Grünen Forderungen nach einer schnellstmöglichen offiziellen Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Grünen-Fraktionschef Renate Künast stellte zudem gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ den Wahlsieg Merkels bei der Bundestagswahl am 27. September in Frage: „Für eine solche Strategie des gezielten Tötens hätte es im Bundestag für keines der bisherigen Afghanistan-Mandate eine Mehrheit geben und mit einer solchen offen vertretenen Strategie des gezielten Tötens wäre Angela Merkel mit der Bundestagswahl garantiert nicht zur Bundeskanzlerin geworden.“
Für die Grünen-Fraktionschefin stellt sich die Frage, „ob Angela Merkel das Parlament belogen und die internationale Staatengemeinschaft mit einer dreisten Lüge abgespeist“ habe, wenn sie einerseits erkläre, sie ringe in erster Linie um den zivilen Wiederaufbau Afghanistan, Merkel aber andererseits „einer Strategie des Tötens“ den Weg bereitet habe.
Der CDU-Außenpolitiker und frühere Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Willy Wimmer, forderte gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ seine Parteichefin Merkel auf: „Machen Sie Schluss mit Vermutungen, Behauptungen und Vorwürfen. Treten Sie vor den Bundestag.“ Es sei „unerträglich“ mit Blick auf die Wirkung auf die Soldaten und auf die Öffentlichkeit, wenn beispielsweise Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) „jetzt, nach acht Jahren Afghanistan-Einsatz, die Klärung der Frage öffentlich einfordert, welche Ziele am Hindukuschtatsächlich erreichbar seien“, meinte Wimmer.



Unsere Soldaten haben nichts in diesem Land verloren. Eine "Strategie des gezielten Tötens" ist absoluter Nonsens. Kein Volk dieser Erde hat über den Tod eines Menschen zu verfügen. Ist es noch Selbstverteidigung, wenn man sich widerrechtlich in einem fremden Land befindet und dort Menschen tötet, die eben dagegen was haben? Man stelle sich nur mal vor, russische Panzer würden vor dem Dom in Kölle stehen und zur Prävention Leute niederschießen. Die haben dort ebenso wenig verloren, wie deutsche Soldaten in Afghanistan. Das Bauernopfer Jung war zu wenig. In diesem Fall muß man ganz oben anfangen. Merkel muß die Verantwortung dafür übernehmen. Sie führt die Regierung an. Ihr Minister war ihr verlängerter Arm. Schafft schnellstens unsere Söhne, Töchter, Männer, Frauen, Väter und Mütter dort raus. Jeder Tote, ob deutscher Soldat oder von deutschen Soldaten getöteter Mensch, ist einer zuviel.