Im Kampf gegen die schwerste Rezession seit Jahrzehnten hat die amerikanische Notenbank ihren Zins auf ein Rekordtief nahe null gesenkt und Tausende Milliarden Dollar in das System gepumpt, etwa über den Kauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren und Staatsanleihen. Dadurch sind seit Ende 2007 im Bankensystem Überschussreserven von mehr als 1000 Mrd. $ entstanden. Ökonomen und Investoren fürchten, dass diese Liquiditätsflut zu einem rapiden Anstieg der Inflation führen könnte.
Dagegen wirken Reverse-Repo-Geschäfte. Dabei verkauft die Fed Aktiva - Treasuries etwa - gegen Bargeld an Banken und kauft sie später zu einem etwas höheren Preis wieder zurück. Dadurch werden Bankreserven aus dem System genommen. Die Notenbanker haben solche Transaktionen in den vergangenen Wochen bereits simuliert, nun sollen Tests folgen, bei denen tatsächlich Dollar-Beträge eingesetzt werden.
Die Transaktionen werden allerdings voraussichtlich klein sein, sie sollen auf Reserven und Zinssätze keinen maßgeblichen Einfluss haben. Die regionale Fed des US-Bundesstaates New York betonte, die Aktion deute nicht auf eine kurzfristige Änderung der Geldpolitik hin.
Das wird den Dollar nicht retten und die Wirtschaft erst recht nicht. Man darf aber solche Warnzeichen nicht ignorieren. Steigende Zinsen wären Gift für die Edelmetalle, aber auch für die stark angeschlagene Wirtschaft. Zeichnet sich aber eine nachhaltige Erholung der US-Immobilienpreise ab, wird es schnell zu Zinserhöhungen kommen und der Gold-Spaß wäre vorerst vorbei. Spannend wird es ab dem zweiten Quartal 2010. Bis dahin werden Edelmetalle und Edelmetallaktien noch viel Freude bereiten. Den Ausstieg sollte man aber im Hinterkopf behalten. Geld stinkt nicht und an Gewinnmitnahmen ist noch keiner gestorben. Industriemetalle rücken immer mehr in den Fokus.