Sonntag, 29. November 2009

Dubai-Schock lässt Jahresendrally platzen

Die Sorge um die Zahlungsfähigkeit Dubais verunsichert die Anleger weltweit. Marktbeobachter warnen vor weiteren negativen Folgen, die allerdings bislang schwer absehbar sind. Deutliche Aktiengewinne zum Jahresende - wie sonst oft üblich und wie vergangene Woche noch erwartet - halten die meisten Experten für kaum mehr möglich. "Dubai war ein Warnschuss, der zeigt, dass die Finanzkrise noch nicht vorbei ist", sagte Matthias Jasper, Leiter Aktien der WGZ Bank. "Der Glaube an die Jahresendrally ist erschüttert."
Mark Mobius, prominenter Fondsmanager von Templeton Asset Management, fürchtet, dass eine Korrektur der starken Rally von Schwellenländermärkten ansteht. "Es wäre ziemlich schlimm, wenn Dubai zahlungsunfähig würde. Das könnte eine Pleitewelle auch woanders anschieben", sagte er.
Noch deutlicher äußerte sich Mohamed El-Erian, Chef der US-Fondsgesellschaft Pimco, gegenüber dem Fernsehsender CNBC - El-Erians Äußerungen werden am Finanzmarkt stark beachtet: Dubai sei nur der Auslöser für eine "überfällige" Gegenbewegung" bei Aktien und anderen riskanten Anlagen. "Die Finanzmärkte sind noch lange nicht in ruhigem Fahrwasser." Er erwartet, dass Anleger jetzt wieder mehr auf die tatsächlichen Unternehmens- und Wirtschaftsdaten achten werden.
Entsprechend erwarten Marktbeobachter, dass Investoren in den nächsten Tagen vorsichtig agieren: Sie rechnen mit schwachen Aktienmärkten - wenngleich nicht mit einem weiteren Kurssturz - und fallenden Rohstoffpreisen. Parallel dürften die Anleihekurse steigen, weil Anleger in unsicheren Phasen meist Staatsanleihen bevorzugen.