11. September der Wirtschaft: Stürzte »Lehman Brothers« oder wurde nachgeholfen?
Ellen Brown
Ein Jahr nach dem Bankrott von »Lehman Brothers« am 15. September 2008 wird noch immer über den Zusammenbruch der Investmentbank gerätselt. Lawrence MacDonald, dessen Buch »A Colossal Failure of Common Sense« (zu Deutsch etwa: »Wenn der gesunde Menschenverstand komplett versagt«) im Juni 2009 erschienen ist, vertritt die These: Der Bank ging es im Kern nicht schlechter als anderen Großbanken an der Wall Street. »Lehman« sei einfach »eingeschläfert« worden. Fragt sich nur: Warum?
Der Bankrott von Lehman Brothers am 15. September 2008 wird allgemein als Wasserscheide betrachtet, die die Spielregeln für die Wall-Street-Banken grundsätzlich verändert hat, die angeblich »zu groß [sind], um zu scheitern«. Die Möglichkeit eines Bankrotts wurde ein für alle Mal ausgeschlossen; die Steuerzahler sollen weiterhin den Banken Geld hinterherwerfen müssen, wie korrupt, schlecht geführt und unwürdig diese auch immer sein mögen. Im April 2009 schrieb Dean Baker:
»Angeblich hat Geithner die Möglichkeit eines Bankrotts ausgeschlossen, denn als er gemeinsam mit Henry Paulson und Ben Bernanke im vergangenen Herbst versucht hat, Lehman Brothers untergehen zu lassen, ist das ziemlich danebengegangen. Natürlich muss man nicht den Weg eines unkontrollierten Bankrotts gehen, den Geithner und Co. im Fall Lehman eingeschlagen haben … [Aber] Geithner und seine Leute beharren darauf, es gäbe keine Alternative zu seinem Plan; wir müssen also weiterhin den Banken Hunderte Milliarden Dollar hinterherwerfen ... und die Banker, die die Wirtschaft kaputt gemacht haben, noch reicher machen.«
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