Angebliche Schweinegrippewelle hat allein in der BRD einen Milliardenschaden verursacht. Ein Gespräch mit Wolfgang Wodarg. | Interview: Ralf Wurzbacher | junge Welt | — Der Mediziner und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Wodarg saß lange Jahre für die SPD im Bundestag und im Europarat und ist Vorstandsmitglied bei Transparency International (TI) Deutschland
Die deutsche Sektion der Antikorruptionsorganisation Tranparency International (TI) hat die Gesundheitsminister der Bundesländer in einem offenen Brief aufgefordert, den Schweinegrippe-Fehlalarm von vor zwei Jahren aufzuarbeiten. Wurden aus dem Fall bislang keine Lehren gezogen?
Diese unverhältnismäßige und kostspielige Maßnahme gegen eine harmlose Grippewelle hat in einer Reihe von Staaten die Frage aufgeworfen, wer damals durch wen und wie falsch beraten wurde. Unter anderem in Großbritannien, Frankreich, Schweden und Finnland wurden Gremien eingesetzt, die die damaligen Vorgänge aufarbeiten.
Auch hierzulande waren es staatliche Institutionen, die ganz offensichtlich versagt haben. Die Parlamente in Bund und Ländern wären deshalb gefordert, all das aufzuklären und dafür Sorge zu tragen, daß sich so etwas nicht wiederholt. Aber bisher geschieht nichts dergleichen.
Sie selbst haben seinerzeit als einer von wenigen die Aufregung als Inszenierung im Dienste der Pharmaindustrie gebrandmarkt. Wer waren dabei die Hauptakteure?
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