Dienstag, 8. März 2011

Amerikas schlummernde Staatskrise

Auf den USA lastet ein gigantischer Schuldenberg. Trotzdem wird die Politik wohl erst 2013 beginnen, ernsthaft den Haushalt zu sanieren. Investoren fürchten, dass bis dahin ähnliche Turbulenzen wie derzeit im Euro-Raum auftreten.

Die Vorhersagen für die US-Regierung sind düster: Auf gut das Dreifache der Wirtschaftsleistung werden ihre Schulden in 40 Jahren steigen, wenn sie nicht schon bald gegensteuert, sagen die Budgetexperten des Kongresses voraus. Doch noch immer ist nicht absehbar, wann sich die regierenden Demokraten und die Republikaner, die das Repräsentantenhaus beherrschen, auf ernsthafte Schritte zur Haushaltssanierung einigen.

Dabei wächst von Woche zu Woche die Gefahr, dass Investoren sich wie jüngst in Griechenland abrupt von der US-Regierung abwenden, ihr keinen Kredit mehr gewähren oder nur noch zu horrenden Zinsen. Einen ersten Vorgeschmack darauf, wie schnell die Marktstimmung drehen kann, bekamen Anleger in den vergangenen vier Monaten: Um fast einen Prozentpunkt schoss die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen nach oben - auch wenn die Zinsen mit gut 3,5 Prozent noch immer historisch niedrig sind.

Die Folgen der Finanz- und Konjunkturkrise in den USA sind alarmierend: Während die Wirtschaftsleistung seit 2000 um die Hälfte gestiegen ist, haben die Regierungsschulden um das Anderthalbfache zugelegt. "Werden die strukturellen Haushaltsprobleme nicht gelöst, droht früher oder später eine Anleihekrise", warnt Aneta Markowska, Volkswirtin bei der Société Générale in New York.

Streit über Anhebung der Schuldengrenze
Weiterlesen