Von Raimund Brichta
Die meisten Volkswirte können kein Latein. Ansonsten würden sie niemals auf die Idee kommen, Inflation mit "anhaltendem Preisanstieg" zu übersetzen. Denn "inflatio" bedeutet "das Aufblähen". Man kann aber nur etwas aufblähen, das auch einen Inhalt besitzt, wie einen Ballon zum Beispiel, in den man ordentlich Luft pumpt. Preise lassen sich dagegen nicht aufpumpen, weil sie keinen Inhalt haben; sie lassen sich allenfalls herauf- oder heruntersetzen.
Aber zum Glück, liebe Volkswirte, gibt es noch eine kleine Minderheit unter euch, die in Latein aufgepasst hat. Diese Gruppe wackerer Ökonomen definiert Inflation ganz anders. Und zwar als ein Aufblähen der Geldmenge im Vergleich zur Menge an Gütern und Dienstleistungen, die produziert und erbracht werden und für deren Bezahlung das Geld eigentlich gedacht ist. Und das macht Sinn. Denn erstens wird damit die lateinische Wortbedeutung nicht ad absurdum geführt. Eine Menge an Geld lässt sich tatsächlich aufblähen. Und zweitens wird damit der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nicht auf den Kopf gestellt. Eine aufgeblähte Geldmenge ist nämlich immer die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt zu einem anhaltenden allgemeinen Preisanstieg kommen kann. Die Inflation, und zwar der Geldmenge, ist also immer die Ursache, der Preisanstieg ist nur eine mögliche Wirkung.
Nichts anderes spiegelt der Preisanstieg der Edelmetalle wieder. Vertrauensverlust in Währungen bedeutet, Angst vor dem Verfall der Werthaltigkeit dieser. Wer an Inflation geglaubt hat, der hat rechtzeitig mit Gold und vor allem mit Gold- und anderen Rohstoffaktien vorgesorgt. Die Deflationisten warten noch heute auf den Preisverfall und haben das Beste, weil einfachste, verpasst LOL