JPMorgan setzt 56.000 Zwangsvollstreckungen aus, GMAC und die Bank of America noch weit mehr. Die Einschläge kommen schnell und heftig. Wie es aussieht, könnten einige Hypothekengeber erneut große Probleme bekommen – und schon bald wieder um mildtätige Unterstützung betteln müssen.
Am 20. September hat Ally Financial Inc., der Eigentümer von GMAC Mortgage, dem viertgrößten Kreditgeber der USA, in 23 US-Bundesstaaten alle Zwangsräumungen und den Verkauf von wieder in Besitz genommenen Häusern gestoppt. Zuvor hatte ein Sachbearbeiter des Unternehmens zugegeben, Monat für Monat 10.000 Dokumente über Zwangsräumungen abgezeichnet zu haben, ohne sie vorher zu lesen. Betroffen sind die 23 Bundesstaaten, in denen Zwangsvollstreckungen zuvor von einem Gericht genehmigt werden müssen. Unter ihnen befinden sich New York, New Jersey, Connecticut, Florida und Illinois.
Am 24. September haben sich drei Abgeordnete der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Alan Grayson (Florida), Barney Frank (Massachusetts) und Corrine Brown (Florida) mit einem Schreiben an den Immobilienfinanzierer Fannie Mae gewandt. Sie äußern ihre Zweifel an der Beauftragung der »Zwangsvollstreckungs-Mühlen«, die sie als »Anwaltskanzleien beschrieben, die darauf spezialisiert sind, den Prozess der Zwangsvollstreckung zu beschleunigen, oft genug unter Missachtung von ordentlichem Verfahren, Substanz oder juristischer Korrektheit«. Der Brief war die Reaktion auf die Mitteilung des Büros des Justizministers von Florida vom August, demzufolge das Ministerium gegen drei Anwaltskanzleien ermittelt, die angeblich in Tausenden von Fällen Dokumente frisiert hatten, um die Genehmigung zur Zwangsvollstreckung zu erhalten.
Ebenfalls am 24. September forderte Justizminister Jerry Brown von Kalifornien den Finanzdienstleister GMAC auf, die Zwangsvollstreckungen in seinem Bundesstaat auszusetzen, bis der Kreditgeber den Nachweise erbringe, dass er der gesetzlichen Forderung nachkommt, wonach es Kreditgebern untersagt ist, Schritte zur Zwangsvollstreckung eines Hauses zu ergreifen, ohne zuvor den Versuch zu einer Einigung mit dem Kreditgeber zu unternommen zu haben. Kalifornien zählt zu den sogenannten »non-judicial foreclosure«-Staaten, in denen Zwangsvollstreckungen nicht zuvor von einem Gericht genehmigt werden müssen.
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