Während die Notenbanken weltweit mit äußersten Mittel um die Existenz ihrerungedeckten Papierwährungen kämpfen und zumindest am Montag und Dienstag etwas Ruhe in die Märkte eingekehrt ist, überrascht die deutsche Politik die Märkte mit einer einsamen Einscheidung. SPIEGEL Online berichtet: Seit Mitternacht sind "ungedeckteLeerverkäufe" in Aktien von zehn führenden Finanzunternehmen sowie in Staatsanleihen aus Euro-Ländern verboten. Auch der Handel mit bestimmten Kreditausfallversicherungen auf Staatsanleihen der Euro-Zone wurde von der BaFin untersagt.
Die Politik zeigt Zähne gegenüber den Finanz-Märkten. Man möchte nicht dauernd der Getriebene sein, sondern man möchte von nun ab selbst gestaltend in die Märkte eingreifen. Das Primat der Politik macht derzeit in den Medien die Runde.
Noch vor kurzem hat Josef Ackermann bei Maybrit Illner im ZDF die Politik davor gewarnt, Finanz-Derivate wie Credit Default Swaps (CDS) auf Staatanleihen zu verbieten. Dann, so Ackermann, wären viele Staatsanleihen aus den EU-Ländern praktisch unverkäuflich, wenn sich die Investoren nicht länger mit den CDS-Papieren gegen das Ausfallrisiko versichern könnten.
Dabei haben diese CDS von sich aus nichts Anrüchiges. Denn es sind Papiere, mit denen sich ein Investor gegen ein Ausfall-Risiko absichern kann. Geht das versicherte Papier in den Konkurs und beträgt die Auszahlungsquote nur 60 Prozent, dann zahlt der Emittent des CDS dem Investor eben die restlichen 40 Prozent als Versicherungsleistung aus.
Wo es solche Papiere gibt, da entwickelt sich auch ein Markt. Und wo es einen Markt gibt, da existieren neben den Anbietern und Interessenten für solche Papiere auch noch Marktteilnehmer, die an den Preisschwankungen verdienen möchten – die Spekulanten. Diese kaufen und verkaufen CDS, ohne die Staatsanleihen selbst im Portfolio zu halten. Steigen die Preise der CDS, weil es den zu versichernden Anleihen gerade nicht gut geht, dann verkaufen die Spekulanten die Papiere mit Gewinn.
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