Vier spanische Banken planen sich zusammen zu schließen, um zur fünftgrößter Finanzgruppe des Landes zu fusionieren. Das neue Unternehmen wird mehr als €135 Mrd. an kombinierten Vermögenswerten halten, nachdem die Aufsichtsbehörden angeschlagene Kreditgeber vehement dazu drängen, mit stärkeren Partnern zusammen zu gehen. Ändern wird diese aus der Not heraus geborene Strategie allerdings nichts an dem Umstand, dass Spaniens Banken mehrheitlich bankrott sind. Die toxischen Vermögenswerte werden jetzt lediglich weit im ganzen System gestreut, die Zombifizierung des Bankensystems erreicht damit eine neue Ebene.
Caja de Ahorros del Mediterraneo, Grupo Cajastur, Caja de Ahorros de Santander y Cantabria and Caja de Ahorros y Monte de Piedad de Extremadura übermittelten einen darauf abzielenden Vorschlag an Spaniens Zentralbank, um ihr zukünftiges Geschäft gemeinsam zu betreiben, wie aus einer gestern an die Aufsichtsbehörden übermittelten Pflichtmitteilung hervorgeht. Die Bank von Spanien drängt zurzeit vehement auf Fusionen unter öffentlichen regionalen Sparkassen (Cajas), die ihre Kreditvergabe im Zuge des in den vergangenen zehn Jahren anhaltenden Immobilienbooms stark ausgeweitet haben und heute für rund die Hälfte aller in Spanien vergebenen Kredite verantwortlich zeichnen. Spanien ist darum bemüht, sein Bankensystem auf festere Füße zu stellen, während die Wirtschaft schrumpft und sich das öffentliche Budgetdefizit ausweitet. Es wird erwartet, dass das staatliche Haushaltsdefizit in diesem Jahr bei 9,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen wird. Viele Banken sind mindestens zur Hälfte bankrott, da sie weitläufige Kredite an Projektentwickler vergeben haben und Hypotheken in ihren Büchern halten, die toxisch geworden sind. Durch die Fusion mit anderen Sparbanken und Sparkassen werden diese in den Bilanzen schlummernden Risiken lediglich verwässert. Am vergangenen Donnerstag brachte die spanische Zentralbank die CajaSur, eine in Cordoba ansässige und durch die katholische Kirche in Besitz befindliche Bank unter staatliche Kontrolle, nachdem das Vorstandsgremium des Instituts einen Fusionsplan mit einer anderen Sparkasse ablehnte. Die Übernahme war die erste unter einem neuen durch den Staat initiierten Rettungsplan, von dem die Ratingagentur Standard & Poor’s annimmt, dass er mindestens 35 Milliarden Euro kosten werde. Dadurch würde sich die Verschuldungssituation des Staates noch weiter verschlechtern. CajaSur machte im letzten Jahr Verluste in Höhe von 596 Millionen Euro bei Einnahmen von 426 Millionen Euro, wie auf der Webseite des Unternehmens zu lesen steht. Spanische Banken haben mehr und mehr Probleme mit steigenden Kreditausfällen, einer sich abschwächenden Kreditnachfrage und niedrigen Zinsen, während das Land noch immer in der schlimmsten Rezession der vergangenen sechzig Jahre steckt. Finanzministerin Elena Salgado erklärte gegenüber dem Radiosender Cadena Ser Radio, dass weitere Sparbanken und Sparkassen in den kommenden Wochen fusionieren würden. Die regionalen Regierungen, die die Direktoren und Vorstandsgremien vieler Sparkassen ernennen, drängte sie dazu, diese notwendigen Transaktionen nicht aus politischen Gründen aufzuschieben oder gar zu verhindern. Alle regionalen Regierungen sollten sich darüber im Klaren sein, dass schnelle Entscheidungen getroffen werden müssten, so Salgado.