Und wie wir das vom Sozialstaat her kennen, wird die Zahl und das Anspruchsdenken der hungrigen Mäuler immer größer. Die zahlenden Völker merken dabei überhaupt nicht, wie ihnen systematisch das Fell über die Ohren gezogen wird. Sei es über die Anhäufung innereuropäischer Schulden bei den Notenbanken der Überschuss-Länder oder in den Alters- und Vorsorgeprodukten der verbliebenen Produktiven, die mit Staatsanleihen der PIIGS-Staaten kontaminiert sind.
Anstatt mit dem Euro eine Seilschaft zu schaffen, bei der man zusammen unter gleich hohem Aufwand aufsteigt und sich gegenseitig absichert, ähnelt die Staaten-Gruppe eher einer aufgebauten Domino-Kette. Dabei können selbst die kleinsten Elemente die Kette zum Umfallen bringen und auch die großen Staaten mitreißen.
Mit der Gründung unseres derzeitigen Währungssystems nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für in Not geratene Staaten der Internationale Währungsfond (IWF) geschaffen. Im Prinzip funktioniert der IWF wie ein Feuerwehrfond, welcher in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Staaten Überbrückungs-Kredite gibt, damit diese zahlungsfähig bleiben. Denn in einer sich die letzten Jahre und Jahrzehnte globalisierenden Welt sind Staaten von bestimmten Vorprodukten wie Rohstoffen und Lebensmitteln abhängig. Können die Staaten diese wegen Zahlungsunfähigkeit nicht mehr beschaffen, dann bricht gegebenenfalls die Industrie und die Landwirtschaft zusammen und es kommt zu Hungersnöten.
In den IWF haben die großen Industrienationen einen Teil ihrer Devisenreserven in Form von Gold oder ihren konvertierbaren Währungen eingelegt. Die Summe dieser Einlagen bildet einen Fond, aus dem Kredite an die betroffenen Staaten vergeben werden können.
Dieser Fond hatte aber immer nur das Ziel, das betroffene Land aus einer temporären Notlage zu retten. Der IWF stellte deshalb harte Auflagen, den Konsum (zu Lasten fremder Länder) stark zu reduzieren; das heißt Importe runter und Exporte rauf. Mit dem sich dann entwickelnden Export-Überschuss kann das Land seine Kredite an den IWF zurückzahlen.
