Freitag, 26. Februar 2010

Was wird das denn?

Die Citigroup erweckt mit Benachrichtigungen an Kunden den Eindruck, einem Bankensturm vorbeugen zu wollen. Im Kleingedruckten aktueller Kontoauszüge weist die New Yorker Großbank darauf hin, dass sie künftig das Recht habe, Auszahlungen ohne vorherige Anmeldung mindestens eine Woche vorher zu verweigern. Ab dem 1. April 2010 sei es möglich, dass die Besitzer gewöhnlicher Konten einen Antrag stellen müssten, wenn sie Bargeld abheben wollten. Weiter heißt es: "Während wir gegenwärtig von diesem Recht keinen Gebrauch machen und dies auch in der Vergangenheit nicht getan haben, sind wir gesetzlich verpflichtet, Sie über die Änderung zu informieren."

Der Hinweis weckt Erinnerungen an den Höhepunkt der Finanzkrise: Kurz nach der Pleite von Lehman Brothers kursierten Gerüchte, die Institute planten weitreichende Maßnahmen wie einen "Bankfeiertag", um den massenhaften Abfluss von Kundengeldern zu verhindern. Vor den Filialen des britischen Instituts Northern Rock hatten sich schon 2007 lange Schlangen gebildet, nachdem es bei der Bank of England Liquiditätshilfen beantragen musste. Ein Sprecher der Citigroup wies auf Anfrage den Verdacht zurück, sich auf eine neuerliche Panik vorzubereiten. "Wir haben von diesem Recht nie Gebrauch gemacht und planen dies auch künftig nicht zu tun", sagte er in Bezug auf die Sperrfrist.
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