Mittwoch, 24. Februar 2010

Unbändig ist des Spekulanten Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft

Das Handelsvolumen mit Hebelprodukten und Anlagezertifikaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr eingebrochen. Besonders Anlagezertifikate sind betroffen.

Nach einer Auswertung der Deutschen Bank lag der Umsatz mit 333,8 Milliarden Euro knapp 35 Prozent unter dem Niveau von 2008. Darin enthalten sind sowohl die börslichen als auch die außerbörslichen Käufe sowie Verkäufe. Das Handelsvolumen ist deutlich größer als der Gesamtwert der ausstehenden Zertifikate, der Ende 2009 bei rund 103,2 Milliarden Euro lag. Als Grund für den schwachen Handel gab die Deutsche Bank niedrigere Indexstände und die anhaltende Wirtschaftskrise an. Während das Jahr 2008 überwiegend von Verkäufen geprägt war, habe es 2009 jedoch wieder mehr Käufe gegeben.

Am stärksten sank der Umsatz mit minus 39,4 Prozent auf 158,2 Milliarden Euro bei Anlagezertifikaten. Dazu zählen Produkte für den Massenvertrieb, etwa Index-, Bonus- oder Expresszertifikate. Das Handelsvolumen mit riskanten Hebelpapieren, die vor allem von Selbstentscheidern genutzt werden, sank mit 30 Prozent auf 175,6 Milliarden Euro weniger stark.

Ungeachtet des geringeren Handelsvolumens ist das Produktangebot 2009 erneut gestiegen. So wuchs die Zahl der ausstehenden Anlageprodukte um vier Prozent auf etwa 196.400, das Angebot an Hebelprodukten kletterte gar um 12,3 Prozent auf rund 179.000.