Britische Staatseinnahmen brechen wegDas gleiche Schicksal könnte nun auch Europas zweitgrößter Volkswirtschaft drohen, sagte Bert Jansen, Volkswirt bei Exane BNP Paribas. Ausgerechnet im Januar - üblicherweise der Monat mit den höchsten Einnahmen für den britischen Fiskus - haben sich die Staatsfinanzen dramatisch verschlechtert. Die Einnahmen schrumpften um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die Einkommensteuererlöse brachen dramatisch ein - um 19,8 Prozent. "Es gibt da ein ernstes Problem auf der Einnahmenseite", sagte Walker. Die Nettoverschuldung stieg zugleich auf 59,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit verzeichnete die Schuldenquote einen rasanten Anstieg um zehn Prozentpunkte über die vergangenen zwölf Monate.
London macht zu viele SchuldenGroßbritanniens Haushalt steht auch im internationalen Vergleich äußerst schlecht da. "Das Verhältnis von Schulden und Bruttoinlandsprodukt verschlechtert sich deutlich schneller als in Portugal, Italien, Griechenland und Spanien, zugleich ist das Defizit mit fast 13 Prozent eines der höchsten weltweit", sagte Jansen. Auch Berechnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) verdeutlichen Großbritanniens Schwäche. Unter den größten Industrieländern dürfte die Haushaltsbilanz 2010 und 2011 mit einem Defizit von 13,3 beziehungsweise 12,5 Prozent in Großbritannien am schlechtesten ausfallen, schreibt der BIZ-Ökonom Stephen Cecchetti.
Selbst Athen steht bald besser daDie Ökonomen haben auch geschätzt, wie sich die Haushaltslage von zwölf großen Industriestaaten bei konstanten Ausgaben bis 2020 entwickelt. Das Ergebnis: Ohne Sparmaßnahmen würde Großbritannien auf ein Schuldenniveau von rund 200 Prozent des BIPs kommen. Übertroffen würde der Inselstaat unter den großen Industrieländern nur noch von Japan mit einer Quote von etwa 300 Prozent. Länder wie Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien oder die USA stünden dagegen deutlich besser da als die Briten.
