Donnerstag, 18. Februar 2010

Euro-Crash-Ticker Februar 2010 (II)

Europas Staaten geraten immer mehr unter Druck. Dennoch werden die Politiker nicht müde, die Bürger mit scheinheiligen Argumenten zu beruhigen. Wie die Lage in Wirklichkeit ist, wird dieser Euro-Crash-Ticker in regelmäßigen Abständen veröffentlichen. Hier der zweite Teil.

Politiker und Ökonomen warnen vor dramatischen Folgen für die Währungsunion, sollte Griechenlands Sparkurs scheitern. Das würde auch den deutschen Bürger treffen. Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Michael Fuchs sagt: »Ich kann doch keinem Hartz-IV-Empfänger erklären, dass er keinen Cent mehr kriegt, der Grieche aber mit 63 Jahren in Rente geht.« Und der französische Außenwirtschaftsexperte Charles Wyplosz ergänzt: »Es mag richtig sein, dass deutsche Steuerzahler griechischen Steuerzahlern Erleichterung verschaffen. Aber wenn sie erst einmal anfangen, können sie zu Portugal oder Spanien nicht mehr ›Nein‹ sagen.« (1)
Bankvolkswirte wollen die Bürger hinters Licht führen, denn der deutsche Steuerzahler ist in der Mehrzahl gegen eine Hilfe für Griechenland: Am Leichtesten durchzusetzen seien Garantien griechischer Staatsanleihen. Sie ließen sich den Menschen als reine Eventualverbindlichkeiten verkaufen. (2)

FDP-Finanzexperte Frank Schäffler sagte dagegen: »Man hilft dem Alkoholiker nicht, indem man ihm noch eine neue Flasche Schnaps hinstellt.« (3)