Samstag, 30. Januar 2010

Und wieder Goldman Suckz

Die griechische Verschwörung
Ich bin ja kein Freund von Verschwörungstheorien, aber manche Zufälle sind doch einfach ein bisschen zu zufällig. Am Montag gelingt es der griechischen Regierung trotz vieler Unkenrufe für acht Milliarden Dollar fünfjährige Staatsanleihen zu verkaufen – weil sie einen ordentlichen Zinssatz bietet, bekommt sie sogar dreimal so viele Angebote wie benötigt. Durchatmen also. Doch das passt den Spekulanten, die seit Wochen mit griechischen Bonds zocken, natürlich gar nicht in den Kram.

Am Mittwoch erscheint die “Financial Times” mit einer exklusiven Titelstory, in der es heißt, dass Athen Goldman Sachs beauftragt habe, China als neuen Geldgeber zu keilen. Man hoffe, dass die Chinesen für bis zu 25 Milliarden Dollar griechische Bonds kauften. Die Quelle der Informationen sind “mit den Vorgängen vertraute Leute” – solche nebulösen Angaben sind in der britischen Presse üblich. Mehrere chinesische Quellen werden im Text auch zitiert - keine von ihnen äußert Interesse.

Es kommt, wie es kommen muss, die Griechen dementieren die Geschichte – und schon haben wir die nächste Panik-Welle an den Anleihemärkten, nach dem Motto “nicht einmal die Chinesen wollen griechische Bonds, nichts wie raus”. Der Verdacht, dass hier angloamerikanische Investoren mit gezielt gestreuten Gerüchten die Spekulationswelle gegen Griechenland und gegen die Integrität der Euro-Zone anheizen, liegt nahe. Weitere “Enthüllungen” über die südlichen Euro-Staaten dürften bald folgen.


Kommentar:
Aber welches Interesse sollten die Amerikaner an einem starken Dollar haben? Er verteuert in erster Linie ihre Exporte und verbilligt ihre Importe, also Exporte anderer Staaten. Die amerikanische Binnenwirtschaft ist schwer angeschlagen. Die hohen Schulden drücken im Haushalt. Ich sehe da keine Verschwörung gegen die Integrität der Euro-Zone. Um das zu erkennen, braucht es keine Verschwörung. Allenfalls spielt Goldman Suckz seine bekannten Spiele für den schnellen Gewinn. Fakt ist und bleibt, dass die Griechen weit über ihre Verhältnisse leben. Gelingt es Europa und den Griechen, diesen Schuldenberg, egal wie, abzubauen, sind die hochverzinsten Anleihen ein super und vor allem sicheres Geschäft in Zeiten der niedrigen Zinsen. Fällt Griechenland, fällt auch der Euro. Das ist weder politisch noch wirtschaftlich sinnvoll für die Europäer. Ergo werden die Europäer alles tun, um Griechenland zu stützen. Die hohen Zinsen sind aber festgeschrieben und der Ertrag sicher. Goldman Suckz hatte als Agent der griechischen Regierung Einblick in alle relevanten Unterlagen. Der Vampir des Systems hat sich seinen Infovorsprung mit Sicherheit zu Nutzen gemacht und verdient sich mit diesen Bonds dumm und dämlich.