Dienstag, 19. Januar 2010

Deutsche Bank schafft Bonuszahlungen ab

Die Deutsche Bank reagiert auf die Kritik an den überzogenen Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter. Mit dem neuen Tarifsystem, das schon bald in Kraft treten soll, werden speziell die umstrittenen garantierten Prämien abgeschafft. Dafür steigt das Fixgehalt spürbar an.
Frankfurt am Main - Bonuszahlungen dürften für Mitarbeiter der Deutschen Bank fürs Erste der Vergangenheit angehören. Um die Umstellung zu erleichtern, will das Bankhaus aber bei den Grundgehältern kräftig nachlegen, wie das "Handelsblatt" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. "Wir reden über eine kräftige Aufstockung", hieß es in Branchenkreisen mit Blick auf das neue Vergütungsmodell. Je nach Position könne das Fixgehalt um 30 Prozent oder mehr steigen.
Nach Informationen der Zeitung dient die Gesamtvergütung der Jahre 2007 und 2008 als Berechnungsgrundlage für die neuen Fixgehälter. Letzteres war wegen der Finanzkrise das schlechteste Jahr in der Geschichte der Bank. 2007 hatte das Institut hingegen einen Rekord verbucht. Auf jeder Mitarbeiterebene sollen die Bezüge beider Jahre gemittelt und dann nach einem prozentualen Schlüssel zugeteilt werden.
Dieser liegt umso höher, je niedriger ein Mitarbeiter in der Rangordnung steht. So soll ein "Managing Director" beispielsweise als Fixgehalt nur 60 Prozent des Mittelwerts erhalten. Bei so genannten "Vice Presidents" wird hingegen ein Wert um die 80 Prozent angesetzt. In Summe hatte die Bank in den beiden genannten Jahren rund 19,7 Milliarden Euro für Personalkosten aufgewendet.
Mit dem neuen Modell schafft die Deutsche Bank dem Vernehmen nach auch die vor allem im Inland verbreitete Praxis ab, Teile des Jahresbonus' zu garantieren - womit es sich de facto ohnehin um einen fixen Gehaltsbestandteil handelte. Diese Praxis stößt bei der Aufsicht aber im Zuge der Debatte um nachhaltige Vergütungsstrukturen auf Widerstand. "Im Gegenzug für die Umwandlung wird es zu einer Reduzierung der Boni kommen", sagte ein Kenner der Materie. Die Gesamtvergütung werde bei der Deutschen Bank nicht steigen.