Montag, 7. Dezember 2009

Soziale Unruhen

Brennende Barrikaden, Tränengas, Szenen wie beim Nahkampf: Ein Jahr nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel ist die griechische Hauptstadt Athen von neuen Krawallen erschüttert worden. Zuvor hatten Tausende Menschen friedlich des toten Schülers gedacht.
Athen - Die Ausschreitungen waren absehbar, obwohl die Regierung vorher zu friedlichen Protesten aufgerufen hatte: Im Zentrum Athens haben sich am Sonntag rund 300 Vermummte Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Randalierer warfen Fensterscheiben von Banken ein, zündeten Mülltonnen an und warfen Steine und Brandätze auf Polizisten. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein. "Es kam immer wieder zum Nahkampf", berichteten Reporter. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden Polizeiangaben zufolge verletzt, darunter mindestens 16 Beamte. Mehr als 200 Jugendliche wurden festgenommen.
Im Großraum Athen waren mehr als 6000 Polizisten im Einsatz. Berichten zufolge waren zu den Protesten auch zahlreiche linke und anarchistische Demonstranten aus dem Ausland angereist. Polizisten auf Motorrädern jagten Gewalttäter. Diese wiederum versuchten die Beamten von ihren Motorrädern zu stoßen. Ein Polizist verlor dabei die Kontrolle über seine Maschine und fuhr eine Passantin an, die danach verletzt in ein Krankenhaus transportiert wurde.
Vermummte Demonstranten drangen in die Athener Universität ein, rissen eine griechische Flagge herunter und ersetzten sie durch ein schwarz-weißes anarchistisches Banner. Der Dekan der Universität wurden nach Angaben der Behörden bei der Aktion der Demonstranten verletzt. Er sei auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht worden, hieß es. Rund 200 maskierte Demonstranten hielten sich am Abend noch in einem Gebäude der Universität auf und bewarfen Polizisten mit Steinen. Auch in Thessaloniki kam es zu Scharmützeln zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Als Brandsätze flogen, setzte die Polizei Tränengas ein. Mehrere Geschäfte wurden zerstört. Auch in anderen Städten des Landes waren Kundgebungen geplant. Schüler und Studenten sowie Gewerkschaften kündigten auch für Montag Kundgebungen an.

Deutschland Sommer 2010!