Es sind zähe Verhandlungen in Wien: Die Suche nach einer Lösung für die marode Hypo Group Alpe Adria gestaltet sich schwierig. Offenbar sind sich die Parteien uneins über die Höhe des bayerischen Anteils an den geplanten Staatshilfen.
Wien/München - Mit rund 40-minütiger Verspätung wurde am Sonntag in Wien die entscheidende Verhandlungsrunde über die Zukunft der Hypo Group Alpe Adria (HGAA), einer Tochter der Bayerischen Landesbank (BayernLB), fortgesetzt. An dem Treffen nahmen auch der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) und sein österreichischer Amtskollege Josef Pröll teil.
Grund für die Verzögerung war nach Angaben aus Verhandlungskreisen ein vorheriges Gespräch von Pröll mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann. Offenbar gebe es Druck der Europäischen Zentralbank (EZB), dass Österreich seiner Verantwortung im Fall HGAA gerecht werden müsse.
Die Verhandlungsrunde war am späten Samstagabend nach fünf Stunden unterbrochen worden. Fahrenschon und Pröll hatten mit Vertretern der drei HGAA-Gesellschafter hinter verschlossenen Türen darüber beraten, wie das Unternehmen vor dem Untergang bewahrt werden kann. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen gab es dabei keine deutliche Annäherung. Vielmehr gehe es weiter um "Grundsätzliches".
Ein "Geschenk" über eine Milliarde Euro
Nach ddp-Informationen bot der Freistaat vor Beginn der Gespräche einige Hundert Millionen Euro als Dreingabe, wenn Österreich die HGAA verstaatlicht. Die österreichische Seite hingegen verlangte eine Mitgift von rund einer Milliarde Euro, um das "Geschenk" anzunehmen.
Falls die HGAA nicht schnell rund 1,5 Milliarden Euro an frischem Kapital erhält, droht ihr das Aus. Dies will Österreich unbedingt verhindern, da die Kärntner Bank dort als "systemrelevant" gilt.
Bayern hat seit 2007 bereits rund sechs Milliarden Euro in die HGAA fließen lassen. Dennoch belastet die Bank das Ergebnis des Mutterkonzerns BayernLB allein in diesem Jahr erneut mit einem Minus von einer Milliarde Euro. Neben dem Hauptaktionär Landesbank sind noch das österreichische Bundesland Kärnten und die Versicherung Grazer Wechselseitige an der HGAA beteiligt. Sie haben Finanzhilfen bislang abgelehnt.