Spekulationen über eine angebliche Ablösung des US-Dollar als Fakturierungswährung für Rohöl hatten den Dollar am Morgen unter Druck gesetzt und den Goldpreis entsprechend in die Höhe getrieben. Laut der britischen Tageszeitung "Independent" gibt es einen Geheimplan der Finanzminister und Zentralbanken Chinas, Russlands, Frankreichs, der Golf-Staaten und Brasiliens, den Ölhandel zukünftig nicht mehr in Dollar, sondern in einem Korb von Währungen und Rohstoffen abzuwickeln. Saudi-Arabien dementierte den Bericht. Trotzdem wertete der Dollar ab - und trieb die Kurse von Rohstoffen und Edelmetallen.
Natürlich ist das nicht der einzige Grund für diesen fulminanten Anstieg. Aus meiner Sicht spielen hier andere Dinge noch einen große Rolle. Derzeit prasseln extrem viele Probleme auf die USSA und die Welt ein. Es ist also nicht verwunderlich, wenn einzelne Staaten die Weltleitwährung in Frage stellen. Eine der Ursachen für den raschen Dollarverfall und die Flucht in die vermeintlich sichere Goldanlage sind die nicht mehr gewinnbaren und teuren Kriege in Afghanistan und im Irak. Das treibt die Verschuldung der Vereinigten Staaten weiter signifikant nach oben.
Gleichzeitig droht durch die neuesten Enthüllungen über eine zweite Atomfabrik des Iran ein weiterer militärischer Konflikt. Der würde zwar anfangs zwischen Israel und dem Iran ausgetragen werden, aber kurzfristig den gesamten mittleren und nahen Osten mit reinziehen. Selbstverständlich würden die USSA mit rein gezogen werden. Das kostet nicht nur noch mehr Geld, sondern treibt die Welt an den Rande eines dritten Weltkrieges. Beschleunigt wird das, wenn die Ölförderer im mittleren Osten den Dollar wirklich ablösen. Damit würde Amerika fallen und Israel sehr wahrscheinlich mit.
Für uns Deutsche stellt sich dann die Frage des Bündnisfalles in der NATO. Wir sind schon heute mit der NATO in Afghanistan, weil unser Bündnispartner 2001 " angegriffen " wurde. Erschwerend kommt die " historische Schuld aller Deutschen " hinzu. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass unsere Politiker sich nur verbal einmischen würden.
China könnte in so einem Fall auch nicht einfach nur zusehen. Das Land der Mitte bezieht 85 % seiner Öllieferungen aus dieser Region. Es ist undenkbar, dass China für Monate, wen nicht Jahre, auf diese Öllieferungen verzichten könnte und würde. Über das, wie sich ein militärisches Engagement der militärisch schon ausgebluteten Amerikaner dort im Rest der Welt auswirken könnte, darf spekuliert werden. Begehren Staaten wie Libyen, Venezuela, Nordkorea, Kuba, Somalia, Sudan und einige ehemaligen Sowjetrepubliken gegen die bestehenden Verhältnisse auf und starten ihrerseits militärische Abenteuer in ihrer Nachbarschaft ?
All das schürt Unsicherheit und in Zeiten instabiler politischer Verhältnisse flüchten Investoren in vermeintlich sichere Werte wie Gold. Das gepaart mit der enormen Verschuldung weltweit und der daraus entstehenden Inflation, treibt den Goldpreis. Eine untergeordnete Rolle, aber eben auch eine Rolle, spielt die charttechnische Situation. Gold ist nun deutlich über dem Widerstand bei rund 985 Us$ ausgebrochen. Der vorherige Test dieses Widerstandes verlief schulbuchmäßig. Folgerichtig wurde binnen 3 Tagen in einer Rallye von 985 auf jetzt schon 1047,65 Us$ (wird bei Bedarf aktualisiert) das alte Allzeithoch mit Bravour genommen. Besonders wichtig dabei war der Schlusskurs von gestern, der eben schon 7 Us$ über dem vorherigen Hoch lag. Das war ein beeindruckendes Zeichen der Stärke. Gold verhält sich so, wie man es in einem stark bullischen Markt erwarten darf. Daher wird auch das bisherige Allzeithoch bei 1034 mit Sicherheit noch mindestens einmal getestet. Neue Hochs sind aber immer starke Kaufsignale und der Aufwärtstrend ist nicht nur intakt, sondern hat sich beschleunigt. Unter 960 Us$ sollte Gold tunlichst nicht mehr fallen !
Mein Kursziel von 1200 Us$ noch in 2009 bleibt unverändert.
Siehe auch und die Hammerblamage von Goldman Suckz
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