1929 und die darauf folgende große Depression hatte keine solche Erholung nach schon wenigen Monaten. Der Absturz verlief langsam und kontinuierlich. Das gilt sowohl für die weltweite Industrieproduktion (figure 1), als auch für die Aktienmärkte (figure 2) und dem Welthandel (figure 3). Auch bei der deutschen Industrieproduktion (4. Bild) ist sowas wie eine Bodenbildung zu erkennen. Davon war 1229 ff nichts zu sehen.
Der Hauptgrund für diese Unterschied liegt meines Erachtens nach in der schier unlimitierten Bereitstellung von Geld durch die Zentralbanken. 1929 ff waren die Zinsen erheblich höher als jetzt (figure 4). Damit wurde soviel Liquidität zur Verfügung gestellt, dass ein noch schlimmeres Abrutschen der Weltwirtschaft vermieden werden konnte. Die Erholung der Weltwirtschaft und der Aktienmärkte weltweit ist vor allem auf diese Liquiditätsspritze zurückzuführen. Das täuscht erheblich über den tatsächlichen Zustand der Märkte weg.
Durch die Niedrigzinspolitik wurde der Kollaps aufgehalten. Ob er damit vermieden wurde, wird die Zukunft zeigen. Allerdings ist nach unten kein Platz mehr. Folglich kann mit jeder Zentralbanksitzung der Zinssatz wieder angehoben werden. Allein die psychologische Wirkung auf die Wirtschaft und die Aktienmärkte wäre verheerend. Dabei wäre es die einzig richtige Maßnahme, oder nicht ?
Der Staat kann das nicht auf Dauer durchhalten. Eher früher als später müssen die Zuwendungen an Wirtschaft und Industrie zurückgefahren werden. Die Staaten sind jetzt schon über das erträgliche Maß hinaus verschuldet. Auch hier zeigt der Vergleich zu 1929 den deutlichen Unterschied zu damals auf. Schon heute bestehen Zweifel an der Fähigkeit der USSA, ob sie ihren Schuldendienst weiterhin leisten können. Erhebliche Zweifel sind auch bei allen anderen " Erste Welt Ländern " angebracht. Sie tragen offensichtlich die Hauptlast und verschulden sich am meisten. Aber ohne Stimulation wäre der Patient vollends zusammengebrochen.
Dabei ist mit der Finanzkrise noch lange nicht Schluß. Hunderte von Banken werden noch zusammenbrechen. Es wird zwar keine systemrelevante Bank dabei sein, aber viele, viele kleine Banken und die Einlagen der Bürger sind geschützt. Für die Ausfälle muß der FDIC einspringen. Der FDIC (ähnlich unserem Einlagensicherungsfonds) wird von den Mitgliedsbanken finanziert. Dort kommt ein erheblicher Geldbedarf auf alle Banken zu. Wo kriegen die ihr Geld her ? Natürlich leihen sie es sich bei der FED. Wie prekär die Lage vor allem bei den US-Banken ist, zeigt dieser Beitrag aus einem anderen Blog :
- Die Banken werden mit Rücksicht auf ihre Bilanzen die Vorauszahlung mittels Kredit finanzieren.
- Ab 2011 werden die Gebühren erhöht. Heute zahlen die Banken pro 100$ Einlage Gebühren zwischen 12 und 16ct - demnächst sind es zwischen 15 und 19ct.
Den Spruch des Jahres aber hat für mich der FDIC Chairman Blair herausposaunt:
"We have tons of money to protect insured depositors under any scenario,"
Frei übersetzt: Wir haben Tonnen von Geld um die Sparer in jeder vorstellbaren Situation zu schützen !
Zusammengefasst ergibt sich für mich :
1. Die sich 1929 anbahnende große Depression ist in entscheidenden Punkten nicht mit der heutigen Situation vergleichbar. Gleichwohl gibt es Parallelen.
2. Die heutige Weltwirtschaftskrise konnte einzig durch den massiven Eingriff des Staates und der Zentralbanken abgefedert werden. Ob die Maßnahmen auch langfristig wirken, werden wir sehen.
3. Die daraus resultierende Verschuldung ist nicht mehr rückgängig zu machen und der Schuldendienst aufgrund einbrechender Staatseinnahmen in wenigen Jahren nicht mehr zu leisten.
4. Jede Änderung in der Politik der Zentralbanken kommt einem Genickschlag für die Märkte und die Weltwirtschaft gleich.
5. Die Überflutung der Märkte mit Geld wird zu einer immensen Inflation (10 - 15%) in der westlichen Welt führen. Die Armut wird dadurch in den Industrieländern zunehmen.
6. Anstatt ein paar Hanseln (Bänkern) den Bonus zu streichen, wäre ein beherztes Vorgehen gegen die Spekulanten an den Rohstoffhandelsplätzen viel sinnvoller gewesen. Das bekämpft Inflation sinnvoll und nachhaltig !
7. Es gab und gibt keinen Ausweg aus dieser Todesspirale. Das Ende dieser Weltwirtschafts- und Weltfinanzordnung wurde nur verschoben. Papiergeldsysteme krachen früher oder später immer zusammen. Das ist der Zins- und Zinseszinseffekt.
8. Die große Depression endete mit einem Weltkrieg. Auch heute wird gerüstet wie niemals zuvor. Für eine neue Weltordnung müssen auch zwangsläufig die Machtverhältnisse " begradigt " werden. Krieg ist sehr wahrscheinlich in wenigen Jahren.
In Gold we trust !


