Der Oktober war selten ein guter Monat für Gold- und Goldaktien. Das sollte man auch in diesem Jahr im Hinterkopf behalten. Bei allen bullischen Signalen der Charttechnik und der hervorragenden fundamentalen Situation (aufkommende Inflation, exorbitant steigender Staatsverschuldung, Wertverlust der Papierwährungen) für Gold, sollte man den Crashmonat Oktober nicht ignorieren. Natürlich verlief das gesamte Jahr bisher anders, als die vorhergegangenen Jahre. Nach diesem Melt Down war das irgendwo auch zu erwarten, aber 6 Monate am Stück steigende Kurse, mit nahezu keiner Konsolidierung oder Korrektur sollten jeden aufhorchen lassen. Der erste Chart zeigt den saisonalen Verlauf des Goldkurses in einem 15 Jahres Durchschnitt betrachtet (gestrichelte Linie) und den Kursverlauf dieses Jahres (schwarze Linie). Deutlich ist zu sehen, daß sich der Goldpreis im Juli von seiner saisonalen Bewegung der letzten 15 Jahre gelöst hat. Dementsprechend geringer fiel auch der prozentuale Kursanstieg im September aus. Hier ist durchaus noch Potenzial daraus abzuleiten, wenn man die CT noch zu Rate zieht. Die Abkoppelung des Goldpreises von seinem 15 Jahresmuster liegt meiner Ansicht nach in den Fundamentaldaten zur Staatsverschuldung und die daraus abzuleitende Inflationserwartung begründet. Gold hat sich von daher in meinen Augen " mit Recht " so verhalten. Hier ist eine vollkommen neue Situation eingetreten, die schwer zu beurteilen ist. Auf der einen Seite drucken die Zentralbanken Geld ohne Ende und das will auch investiert werden. So viele Möglichkeiten gibt es da nicht. Staatsanleihen sind immer schwerer zu verkaufen. Die angebotenen Zinsen steigen, um die Anleihen für Anleger attraktiv zu machen. Ähnlich verhält es sich mit Unternehmensanleihen. Im Moment ist es schwierig, Geld am Markt zu bekommen. Die Unsicherheit ist nach wie vor groß. Darüber sollten die steigenden Aktienkurse nicht hinwegtäuschen. Die Bewertungen der großen Indizes ist jenseits von Gut und Böse. Mit anderen Worten; Aktien sind eigentlich viel zu teuer. Aber im Gegensatz zu Anleihen bringen sie den Investoren höhere Erträge. Bis, ja bis, auch diese Blase wieder platzt. Die Immobilienpreise sind auch noch nicht an ihrem Boden angelangt. Vor allem außerhalb der USSA ist da noch deutlich Luft nach unten. In den Staaten selbst stehen ganze Siedlungen leer und sind unverkäuflich geworden. Hier spielt weltweit vor allem die steigende Arbeitslosigkeit (nachlaufender Indikator) eine Rolle. Es wird noch deutlich höhere Arbeitslosenquoten geben und damit auch noch sehr viele geplatzte Hypotheken. Von den Business-Hypotheken will ich erst gar nicht anfangen. Blieben also Rohstoffe und Edelmetall für die Investoren. Das macht auch von daher Sinn, das die Wirtschaft sich wohl doch (sehr vorsichtig formuliert) langsam erholt. Ergo werden Rohstoffe verstärkt nachgefragt und da der ganze Rotz mit Schulden finanziert wird, müssen die Haushaltslochverwalter immer mehr neue Schulden zu immer höheren Zinssätzen aufnehmen. Das wiederum spricht für Gold.Nichtsdestotrotz sehe ich eine Delle im Oktober auf uns zukommen. Die aufgelaufenen Gewinne wollen realisiert werden und die Angst vor dem Crashmonat ist latent. Beunruhigend sind auch die letzten COT Daten (zweiter Chart). Offensichtlich erwarten vor allem die kommerziellen Marktteilnehmer fallende Kurse. Über die Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs für Goldaktien habe ich mich schon genug ausgelassen. Aber auch die ist nicht beruhigend. Die Typen sind gemeinhin gut informiert. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko ist auch der Gipfel in Pittsburgh nächste Woche. Wer weiß schon, was die Deppen uns von dort verkünden werden. Bisher kam bei den Treffen der Weltenlenker ja nichts raus, aber auch sowas kann sich ändern. Vor solchen Ereignissen fahre ich in aller Regel meine hochspekulativen Sachen zurück, oder gehe ganz raus (vor allem Optionsscheine). Das Blogportfolio habe ich ja inzwischen auch auf gute 40 % Cash gefahren. Sollte ich falsch liegen und die Party weitergehen, wird sich was neues schnell finden. In dem Fall würde ich sogar gerne falsch liegen. Allein schon, um Goldman Suckz auslachen zu können. Aber es ist kein Wunschkonzert eines einzelnen.Einen Test des Ausbruchslevels um die 970 Us$ herum sollte Gold sich schon gönnen. Wenn die Unterstützung dort hält, geht es sehr fix in Richtung 1200 Us$. Ich persönlich hätte immer gerne noch einmal einen Test der Unterstützungszone zwischen rund 870/880 Us$ gesehen. Wer den saisonalen Chart sich noch einmal anguckt, sieht die Möglichkeit. Persönlich würde ich mir das Drama nicht mal ersparen wollen. Der Cashsack ist voll und von November bis zum Jahresende könnte wieder Partytime sein. Wenn jeder seinen Lieben etwas goldiges unter dem Weihnachtsbaum legt, geht's etwas besser. Also geizt nicht rum und kauft am besten gleich ganze Unzen. Ende Oktober wäre ein guter Zeitpunkt. Goldman wird seinen Kunden dann auch wieder Goldaktien empfehlen. Jede Wette !In Gold we trust !
