Das ist ein Auszug aus dem Blog " Nachrichten Heute " :
Clearstream – ein Blick zurück
Wer ist Clearstream und was macht diese Firma?
Clearstream International S.A ist eine Tochter der Deutschen Börse AG, allerdings nicht mit Sitz in Frankfurt, sondern in Luxemburg. Nicht in Deutschland, sondern dort, wo das Bankgeheimnis offenbar besser vor neugierigen Blicken ausländischer Staatsanwaltschaften und Steuerbehörden geschützt ist.
Die Firma Clearstream ist im Jahre 2000 hervorgegangen aus einer Fusion der beiden Clearing-Häuser Deutsche Börse Clearing AG und der CEDEL International.
Aufgabe dieser Gesellschaft ist die Sammelverwahrung von Wertpapieren, denn die einzelnen Banken verwahren heutzutage keine Wertpapiere mehr. Der Wert dieser bei Clearstream eingelagerten Wertpapiere beläuft sich auf rund 10 Billionen Euro.
Mit anderen Worten: Wenn irgendwo in Deutschland Wertpapiere gekauft und verkauft werden, dann bekommt Clearstream das mit, dort lagern sie ja. Clearstream rechnet dann zwischen den Banken ab, und verdient gut daran.
Die Banken müssen also beim Kauf von Papieren kein Geld mehr über die Strasse tragen. Und bunkern brauchen sie die Wertpapiere eben auch nicht mehr, das macht alles Clearstream. Sozusagen ein Lager- und Verrechnungshaus, aber nicht nur das, sondern natürlich über eine Tochtergesellschaft auch eine richtige Bank. mit Konten und allem Drum und Dran was eben so zu einer Bank gehört.
Clearstream ist aber nicht nur Lagerverwalter, sondern international auch als Wertpapier- Finanzierer und Investmentfond-Dienstleister tätig , eine richtig dicke Adresse, noch dazu im finanzfreundlichen Grossherzogtum Luxemburg.
2500 Finanzinstitute aus über 100 Ländern sind Kunde bei Clearstream. 150 Millionen Transaktionen waren es bereits im Jahre 2000, dem Gründungsjahr.
Die Gesamttransfersumme betrug 10 Trillionen Euro.
In der breiten Öffentlichkeit kannte kaum jemand die Firma, die im Jahre 2002 von der Deutschen Börse voll übernommen wurde.
In Zukunft wird die Bedeutung von Clearstream noch weiter steigen, nämlich dann, wenn die bisher über den Tresen gehandelten Derivate wie Swaps, mitursächlich für die Weltfinanzkrise, nunmehr über Clearinghäuser laufen müssen.
Und gerade hat der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass, jedenfalls vor einigen Jahren, Clearstream eine Art marktbeherrschende Stellung hatte, die es offenbar ausgenutzt hat, um sich Konkurrenten vom Leibe zu halten. Wie unschön.
Die Franzmänner und ihre Skandale interessieren mich nicht die Bohne.
Ich frage mich, wer was mit den Daten von Clearstream anfangen könnte.
Es wäre nur logisch, wenn Geheimdienste da Zugang hätten.
Schon mal darüber nachgedacht ?
Der gläserne Investor !