Samstag, 26. September 2009

Das Trauerspiel von Afghanistan

Jede Androhung von Gewalt gegen Unschuldige ist nicht tolerierbar. Das gilt für unsere Bundesregierung und auch für diese Terroristen. Gleichwohl ist es natürlich, wenn Gewalt mit Gewalt beantwortet wird. Daraus wird eine Todesspirale, die nicht mehr aufzuhalten ist. " Der Klügere gibt nach ", heißt es in einem deutschen Sprichwort. Wir sollten so klug sein und die Sinnlosigkeit der Besatzung Afghanistans einsehen. Selbst die Militärs halten diesen Krieg für nicht zu gewinnen. So wie vorher die Briten und die Russen gescheitert sind, wird jetzt auch die NATO scheitern. Der daraus entstandene und noch entstehende Schaden ist nicht wieder gut zu machen. Die Welt wurde nicht sicherer dadurch. Das Unternehmen ist gescheitert !
Nicht nur jedes Opfer eines Terroranschlages in Deutschland wäre ein Opfer zuviel. Auch jedes Opfer in Afghanistan ist mehr als überflüssig. Die Menschen wollen zu 99,9 % in Frieden leben und ihren Dingen nachgehen. Schaut euch den Film " Where in the world is Osama Bin Laden " an. Ich glaube, es kommt dort am deutlichsten rüber. Unsere Kinder dürfen nicht den Großmachtträumen und einem Sitz im Weltsicherheitsrat geopfert werden. Deutschland hat andere Stärken. Eine militärische Stärke brauchen wir jedenfalls nicht mehr. Unser Maschinenbau ist der Beste der Welt. Deutsche Autos fahren auf allen Kontinenten. Deutsche Kraftwerkstechnik ist überall hoch geschätzt.
Anstatt in Waffen und Verteidigung sollte mehr Geld in Bildung und Forschung investiert werden. Das würde Deutschland mehr stärken, als jeder neue Panzer. Wir holen ausländische Fachkräfte in unser Land und schicken unsere Jugend in den Krieg nach Afghanistan, in den Kosovo, nach Bosnien, ans Horn von Afrika, vor die libanesische Küste und zeitlich begrenzt sogar in den Kongo. Ein Großteil unserer Jungs wäre bei BMW oder Siemens am Reißbrett oder als Handwerker in einem der zig Tausend Handwerksbetrieben auch gut aufgehoben. Wir verheizen unsere Jugend und damit unsere Zukunft.
Was kommt nach Afghanistan ? Pakistan brennt schon. In Somalia, im Sudan und im Jemen entstehen neue Terrorausbildungszentren. Werden wir auch dort bald für Demokratie nach westlichem Vorbild sorgen ? Was ist mit einigen Staaten der früheren Sowjetunion, wie Aserbeidschan, Tschetschenien, Usbekistan, Georgien usw. ? Greifen wir auch dort ein, weil der Islam in vielen dieser Ländern auf dem Vormarsch ist ? Hört doch endlich auf mit dem Blödsinn.


Hier die letzten Auswüchse der Gewaltspirale





Das Trauerspiel von Afghanistan
Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
"Wer da!" - "Ein britischer Reitersmann,
Bringe Botschaft aus Afghanistan."

Afghanistan! Er sprach es so matt;
Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
Sir Robert Sale, der Kommandant,
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,
Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
Er atmet hoch auf und dankt und spricht:

"Wir waren dreizehntausend Mann,
Von Kabul unser Zug begann,
Soldaten, Führer, Weib und Kind,
Erstarrt, erschlagen, verraten sind.

Zersprengt ist unser ganzes Heer,
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,
Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt."

Sir Robert stieg auf den Festungswall,
Offiziere, Soldaten folgten ihm all′,
Sir Robert sprach: "Der Schnee fällt dicht,
Die uns suchen, sie können uns finden nicht.

Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
So lasst sie′s hören, dass wir da,
Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,
Trompeter blast in die Nacht hinaus!"

Da huben sie an und sie wurden′s nicht müd′,
Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
Laut, wie nur die Liebe rufen mag,
Sie bliesen - es kam die zweite Nacht,
Umsonst, dass ihr ruft, umsonst, dass ihr wacht.

"Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,
Einer kam heim aus Afghanistan."

Theodor Fontane



Holt unsere Soldaten in der nächsten Legislaturperiode heim !