Montag, 7. September 2009

19.000 Euro Schulden mit der Geburt geerbt

Jonas ist acht Monate alt und wiegt 8,2 Kilo. Er sitzt auf den Staatschulden von 19.002 Euro, die die Bundesrepublik für ihn und jeden anderen Deutschen angehäuft hat. In 2-Euro-Münzen wiegt diese Summe zehnmal so viel wie er. Warum das schlimm ist, schreibt ihm seine Mutter, WELT-ONLINE-Autorin Anette Dowideit.

Als Bundesbürger hast Du 19.002 Euro Schulden. Genau so viel wie Papa und ich jeweils. Denn so groß ist die Verschuldung unserer Regierung, insgesamt 1,54 Billionen Euro, wenn man sie auf alle Deutschen gleichmäßig verteilen würde. 19.002 Euro, das ist mehr Geld, als wir für unser Auto ausgegeben haben. Man könnte damit fast einen neuen VW Golf kaufen. Oder Dich drei Jahre lang zur Tagesmutter schicken. Oder für die nächsten 27 Jahre mit Pampers versorgen.


Ein Brief einer Mutter an ihr 8 Monate altes Kind erklärt den Irrsinn der Staatsverschuldung ! 


Man muss nur die drei wichtigsten Zahlen der Staatsverschuldung kennen, um in der politischen Diskussion den Überblick zu behalten:
  • Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands lag 2008 bei ca. 2.500 Mrd. EUR(Quelle 1)

  • Die aufgelaufene Gesamtverschuldung betrug Ende 2008 ca. 1.640 Mrd. EUR, das sind rund 66% gemessen am BIP. Im Europäischen Stabilitätspakt ("Maastricht-Vertrag") hat Deutschland sich verpflichtet, eine Grenze von 60% nicht zu überschreiten.

  • Im Jahre 2008 lag die Neuverschuldung nahe Null. Hier liegt die Grenze des Erlaubten bei 3% gemessen am BIP.
Dies sind Zahlen für den Gesamtstaat. In den Medien werden dagegen häufig Zahlen nur für den Bund genannt. Zur Verwirrung trägt weiter bei, dass Politiker oft mit addierten Zahlen für mehrere Jahre operieren, etwa um eine Steuerentlastung oder Fördermaßnahme besonders eindrucksvoll erscheinen zu lassen.