Freitag, 31. Juli 2009

Was bläst die Futures grundlos 80 Punkte nach unten ?

BIP-ZAHLENUS-Wirtschaft schrumpft langsamer

[15:00, 31.07.09]

Der längste Abschwung seit dem Zweiten Weltkrieg verliert an Tempo: Im zweiten Quartal ging die Wirtschaftsleistung nur um ein Prozent zurück. Volkswirte warnen aber vor Euphorie - und sagen eine schwache Erholung voraus.

Die US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal stabilisiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um ein Prozent und damit deutlich langsamer als zuvor. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte das Minus noch bei revidierten 6,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten einen Rückgang um 1,5 Prozent erwartet.

Die Märkte reagierten sehr verunsichert auf die aktuellen Zahlen. An den Aktienmärkten in Europa ging es zunächst für wenige Sekunden steil nach oben, dann rutschten die Indizes deutlich ins Minus. Der Euro gab nach anfänglichen Gewinnen gegenüber dem Dollar nach auf zuletzt 1,4109 $.

Seit Dezember 2007 befinden sich die Vereinigten Staaten in der Rezession. Das BIP ist nun zum vierten Mal in Folge zurückgegangen. Das ist die längste Periode rückläufiger Wirtschaftstätigkeit seit Beginn der Datenaufzeichnung 1947.

Wie heftig die Rezession die USA beutelt, zeigt sich in einer Korrektur: Der Rückgang der Wirtschaftsleistung vom vierten Quartal 2007 zu den letzten drei Monaten des Jahres 2008 wird nun mit 1,9 Prozent angegeben. Zuvor waren die Behörden von einem Minus von 0,8 Prozent ausgegangen.

Investitionen stabilisieren sich

Inzwischen mehren sich allerdings die Anzeichen, dass es wieder aufwärts geht. Geringere Bestände an Industrieerzeugnissen und unverkauften Häusern führen dazu, dass Produktion und Preise ihre Abwärtsbewegung stoppen. In den 20 größten Metropolen der USA beispielsweise gingen die Immobilienpreise im Mai laut dem diese Woche veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index saisonbereinigt nur um 0,2 Prozent gegenüber April zurück. "Das ist ein grundlegender Wandel. Die Hauspreise haben so langsam den Tiefpunkt erreicht", sagte Daiwa-Volkswirt Michael Moran.

Die neuen BIP-Zahlen bestärken die US-Notenbank in ihrer Einschätzung. In dem am Mittwochabend veröffentlichten Konjunkturbericht Beige Book heißt es, in den meisten der zwölf Fed-Distrikte habe sich von Anfang Juni bis Juli der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität verlangsamt oder die Aktivität sogar "auf niedrigem Niveau stabilisiert".